Winterurlauber kommen regelmäßig ins Schwärmen, wenn von der „Perle der Dolomiten“ die Rede ist: Cortina d’Ampezzo, gelegen in Italiens Provinz Belluno, ist ein Traum in den Dolomiten, die zum UNESCO Weltnaturerbe zählen. Der renommierte Wintersportort hat magische Anziehungskräfte auf Touristen, die jetzt aber tief in die Tasche greifen müssen: Für Übernachtungen während der Olympischen Winterspiele werden saftige Preise verlangt. Das märchenhafte Cortina ist sozusagen das Filetstück der 24. Winterspiele, die vom 6. bis 22. Februar 2026 neben Mailand auch in anderen norditalienischen Gebieten ausgetragen werden. Das hat aber seinen Preis.
Italiens Dolomiten: Private Unterkünfte um 260 Prozent teurer
Nach einer aktuellen Untersuchung der italienischen Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo könnten für ein Wochenende zu zweit in einem Drei-Sterne-Hotel schnell 2000 Euro oder mehr anfallen. Private Unterkünfte liegen teils sogar bei bis zu 3000 Euro, was einem Anstieg von rund 260 Prozent gegenüber einem gewöhnlichen Januarwochenende entspricht. Noch stärker fällt der Preissprung im lombardischen Veltlin mit dem Nobelort Livigno aus, wo Altroconsumo Steigerungen von bis zu 437 Prozent verzeichnet. Als Hauptursachen gelten die hohe Nachfrage und die begrenzten Unterkunftskapazitäten.
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Vergleichsweise moderat bleiben die Preise in Mailand, wo Übernachtungen im Schnitt bei etwa 300 Euro pro Nacht liegen, wie von den Touristikvereinen zu hören ist. Auch bei den Ticketpreisen für die Wettkämpfe zeigt sich eine große Spannweite: Disziplinen wie Biathlon, Langlauf oder Eishockey sind teilweise für unter 100 Euro für zwei Personen zugänglich, während Eintrittskarten für den Eiskunstlauf bis zu 560 Euro kosten können. Ein komplettes Olympia-Wochenende in Cortina mit Ski-alpin-Wettbewerben kann damit Gesamtkosten von über 2800 Euro erreichen.

Die Vizepräsidentin des Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), Judith Rainer, vertritt allerdings die Ansicht, dass nur wenige Hotels im Umfeld der Winterspiele ihre Preise massiv erhöht hätten. In den meisten Betrieben entsprächen die Tarife dem Februar-Niveau, der in den Bergen als Hochsaison gilt. Jedoch räumt sie durchaus ein: „Es gibt Fälle, in denen die Preise inakzeptabel hoch sind.“ Die Mehrheit der Betriebe hätte allerdings die Tarife der Hochsaison beibehalten.
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Ein Faktor für gestiegene Preise: Während der Olympischen Wochen fallen die Ferien zahlreicher britischer und deutscher Urlauber zusammen. Insbesondere Gäste aus Norddeutschland und dem Raum Berlin reisten dann an, was die Nachfrage nach oben treibe. Einige Stammgäste hätten jedoch aus Sorge vor dem großen Olympia-Trubel sogar auf Buchungen für den Urlaub in Italien verzichtet, so Rainer, die ein Familienhotel in Sexten, dem Heimatort des Südtiroler Tennisstars Jannik Sinner, betreibt.
Italiens Tourismusministerin: Olympia setzt nachhaltige Impulse
Paolo Gilmozzi, Inhaber des La Roccia Wellness Hotels in Cavalese und Präsident der Tourismusorganisation APT für das Fleimstal, weist den Vorwurf einer „olympischen Spekulation“ zurück. Als Tourismusorganisation habe man stets darauf geachtet, Preise marktkonform zu gestalten und sie an die angebotenen Leistungen zu koppeln. „Zu jeder Jahres- und Saisonzeit wird der Preis am Service gemessen“, betonte Gilmozzi. Zwar erhöhe auch sein Hotel die Preise während der Olympiaperiode, der Anstieg falle jedoch deutlich geringer aus als bei einzelnen privaten Unterkünften.
Teuer hin oder her: Die italienische Tourismusministerin Daniela Santanchè ist überzeugt, dass die Olympischen Winterspiele dem Urlaubsland Italien nachhaltige Impulse verleihen werden. Die positiven Effekte auf den Tourismus könnten noch bis zu 24 Monate nach Ende der Spiele spürbar sein. „Wir haben die ersten dezentralisierten Olympischen Spiele der Geschichte organisiert, die sich auf mehrere Regionen verteilen“, so die Ministerin. Die Wettkämpfe verteilen sich auf mehrere Standorte in drei Regionen Norditaliens mit Austragungsorten auf einer Fläche von rund 22.000 Quadratkilometern – eine Konstellation, die die Organisatoren vor erhebliche logistische Herausforderungen stellt.
Italiens Regierung investiert 3,5 Milliarden Euro in die Winterspiele
In Cortina d’Ampezzo stehen die Wettbewerbe im alpinen Skisport der Frauen auf dem Programm, außerdem Curling, Bob, Rodeln und Skeleton. Livigno ist Austragungsort der Freestyle-Disziplinen, darunter Ski Freestyle mit Moguls, Aerials und Skicross sowie Snowboard mit Freestyle, Halfpipe, Slopestyle und Big Air. Die Modemetropole Mailand ist Gastgeberin für Eiskunstlauf, Shorttrack, Eishockey und Eisschnelllauf. Dort findet auch die Eröffnungsfeier im San-Siro-Stadion statt. Den Abschluss der Spiele bildet die Schlussfeier in der Arena von Verona.
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Die italienische Regierung hat rund 3,5 Milliarden Euro in die Olympischen Winterspiele investiert. Nach Schätzungen der Universitäten Bocconi in Mailand und Ca‘ Foscari in Venedig werden wirtschaftliche Effekte in Höhe von rund 5,3 Milliarden Euro erwartet. Prognostiziert werden etwa zwei Millionen Besucher vor Ort, während weltweit rund drei Milliarden Zuschauer die Wettkämpfe verfolgen könnten.




