Der bereits 1972 entdeckte Goldschatz von Varna im heutigen Bulgarien gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der Kupferzeit. Die Fundstücke zählen zu den ältesten bekannten Goldartefakten weltweit. Eine neue Studie zur Chronologie der Funde hat nun ein bislang unbeachtetes Objekt aus dem berühmten Grab 43 identifiziert. Das Artefakt weist eine auffällige Form auf, die an eine Penishülle erinnert, wie „LiveScience“ in einem Artikel berichtet.

Sexspielzeug oder Phallussymbol: Grabbeigabe sorgt für Erstaunen

Das Gräberfeld von Varna hat sich im Zuge der archäologischen Untersuchungen als eine der bedeutendsten Fundstätten der Kupferzeit erwiesen. Mehr als 3000 Goldartefakte wurden dort geborgen und auf einen Zeitraum zwischen 4600 und 4300 v. Chr. datiert. Damit handelt es sich um die bislang ältesten bekannten Nachweise systematischer Goldverarbeitung. Besonderes wissenschaftliches Interesse gilt dem Grab eines etwa 60 Jahre alten Mannes, der vor rund 6000 Jahren bestattet wurde.

Die Forscher vermuten, dass es sich bei dem Individuum aus dem berühmten Grab 43 vermutlich um einen Metallschmied handelte. Diese Grabstätte enthielt die bislang größte Ansammlung goldener Objekte, darunter Perlenketten, Armreifen, Ohrringe und Anhänger sowie zahlreiche kleine Goldscheiben, die ursprünglich an der Kleidung befestigt gewesen sein dürften. Hinzu kommt eine Axt mit goldumwickeltem Griff. In einer aktuellen Studie berichten Archäologen zudem von einem außergewöhnlichen Objekt, das als goldene Penishülle interpretiert wird.

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Ob dieses Artefakt eine funktionale Bedeutung hatte oder als symbolisches Phallusobjekt zu verstehen ist, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht eindeutig klären. In archäologischen Quellen werden sogenannte Penishüllen jedoch häufig als alternative Bezeichnung für phallische Darstellungen verwendet.

Erster Goldschmuck der Menschheit

Archäologen konnten auf dem Friedhof in Varna insgesamt mehr als sechs Kilogramm Gold bergen, die als eindeutiger Beleg für eine bereits vor rund 6600 Jahren entwickelte Goldverarbeitung gelten. Bis heute ist jedoch nicht abschließend geklärt, weshalb gerade diese Region des Balkans als frühes Zentrum der Metallverarbeitung in Erscheinung getreten ist. Diskutiert werden sowohl technologische Innovationen im Bergbau und in der Metallurgie als auch der Einfluss weitreichender Handelsnetzwerke.

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Nach Einschätzung von Fachleuten des Archäologischen Museums in Varna spiegelt der Friedhof zudem frühe Formen sozialer Klassen wider, wie „LiveScience“ berichtet. Die unterschiedliche Ausstattung der Gräber mit Gold deutet darauf hin, dass Personen mit besonders reichen Beigaben eine herausgehobene gesellschaftliche Stellung innehatten. Vor diesem Hintergrund wird Varna als eine der frühesten komplexen Gesellschaften der Welt betrachtet.