Auf Grundlage einer Langzeitstudie des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass sich eine gefährliche Viruserkrankung in Österreich zunehmend ausbreitet. Das West-Nil-Fieber (WNV), das durch heimische Stechmücken übertragen wird, weist steigende Fallzahlen auf und geht teils mit schweren Krankheitsverläufen einher. Gleichzeitig zeichnen sich innerhalb Österreichs neue Risikoregionen ab, in denen das Infektionsgeschehen besonders ausgeprägt ist.
Virus mit schweren Krankheitsverläufen breitet sich in Österreich aus
Das Virus wurde in Österreich erstmals im Jahr 2009 nachgewiesen. Seither zeigen die Daten einer Langzeitstudie der Medizinischen Universität Wien einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen. Im Jahr 2024 wurden 37 Infektionen registriert, von denen 19 mit einem schweren Krankheitsverlauf einhergingen und eine stationäre Behandlung erforderlich machten.
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Nach Einschätzung der Wissenschaftler entwickelt nur etwa jede fünfte infizierte Person klinische Symptome, während neurologische Komplikationen bislang vergleichsweise selten auftreten. Vor diesem Hintergrund gehen die Ärzte von einer erheblichen Dunkelziffer beim West-Nil-Virus (WNV) aus. Da derzeit kein wirksamer Impfstoff verfügbar ist, kommt der fortlaufenden epidemiologischen Überwachung eine zentrale Rolle zu. Sie ermöglicht es, potenzielle Risikogebiete frühzeitig zu identifizieren und gezielte Warnhinweise auszusprechen.
Neuer Infektions-Hotspot in Österreich
Nach Einschätzung der Forscher hat sich das Virus inzwischen dauerhaft in Österreich etabliert. Die Mehrzahl der gemeldeten Erkrankungen trat im Burgenland auf, wo zudem erstmals eine Virusvariante nachgewiesen wurde, die zuvor lediglich aus Süd- und Südosteuropa bekannt war. Mit dem saisonalen Infektionsanstieg in den Sommermonaten und der erhöhten Aktivität potenzieller Überträger in Form von Stechmücken sollte das West-Nil-Virus künftig in allen Regionen Österreichs stärker in den Fokus der öffentlichen Gesundheitsvorsorge rücken.
Grippeähnliche Symptome bei einer Erkrankung
Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht insbesondere für ältere Menschen sowie für Personen mit geschwächtem Immunsystem. Der Krankheitsbeginn verläuft meist plötzlich und ist durch Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, ausgeprägte Müdigkeit sowie Lymphknotenschwellungen gekennzeichnet. Bei schweren Verläufen kann es zu neurologischen Komplikationen kommen, darunter eine überwiegend gutartige Meningitis oder eine Enzephalitis mit Entzündung von Gehirn- und Rückenmarkshäuten.
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In der Mehrzahl der Fälle erfolgt die Genesung ohne bleibende Komplikationen. Bei Patienten mit Enzephalitis treten jedoch vergleichsweise häufig Spätfolgen auf. Die in Österreich beobachtete hohe Zahl schwerer Krankheitsverläufe unterstreicht daher, dass das gesundheitliche Risiko durch das West-Nil-Virus nicht unterschätzt werden sollte.


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