Er ist Italiens Nationalheiliger und mit seinem bescheidenen Lebensstil Vorbild für Milliarden von Katholiken: Anlässlich des 800. Todesjahres des heiligen Franziskus (1181 oder 1182 bis 1226), der die Kleinstadt Assisi in Mittelitalien weltbekannt machte, hat der von ihm gegründete Orden der Franziskaner die Reliquien des Patrons der Armen ausgestellt.

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Bis zum 22. März können Menschen die Gebeine des Heiligen sehen und verehren. Die Reliquien des berühmten Heiligen sind in Assisi diese Woche zu einem Besuchermagneten geworden: Seit Sonntag warten seit den frühen Morgenstunden tausende Pilger geduldig auf Einlass in die Kirche mit den Reliquien des berühmten Heiligen. Zehntausende Menschen sind bereits nach Assisi gepilgert.

Der Zugang zur Unterkirche, wo vor dem Hauptaltar die Reliquien in einem durchsichtigen Sarg aufgebahrt sind, habe durchschnittlich etwa 1.500 Personen pro Stunde verzeichnet, gab die Pressestelle weiter an.

Gebeine des Heiligen Franziskus bereits 1978 ausgestellt

Die Gebeine des Heiligen Franziskus wurden bereits 1978 in einem quaderförmigen Plexiglas-Sarg ausgelegt, der wiederum in einem steinernen Sarkophag deponiert wurde. Normalerweise ist in Assisi nur dieser äußere Sarg sichtbar.

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Italien begeht in diesem Jahr mit großem Enthusiasmus den 800. Todestag des 1226 gestorbenen Heiligen. Zahlreiche Initiativen sind geplant. Franziskus wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt. Außerdem gilt er als Vermittler zwischen den Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.

Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 400.000 Besucher zu der einmonatigen Reliquienschau. Aufgrund der hohen Zugriffszahlen komme es auf dem Internetportal zur Buchung von Besuchszeitfenstern immer wieder zu Störungen. Am 6. August will auch Papst Leo XIV. nach Assisi kommen und am Sarg des Heiligen beten.

Franz von Assisi: Für die italienische Politik bedeutet er viel

Der US-Papst hatte bereits im November Assisi besucht. Der am 8. Mai gewählte Pontifex betete in der Basilika San Francesco am Grab des Heiligen. Anschließend traf er sich in der Basilika Santa Maria degli Angeli mit den in Assisi zu ihrer Herbstkonferenz versammelten Mitgliedern der Italienischen Bischofskonferenz.

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Nicht nur für die Katholiken, auch für die italienische Politik bedeutet Franz von Assisi viel. So hat das Parlament im Oktober „Ja“ zum Franziskus-Feiertag gesagt: Nach 48 Jahren wurde in Italien der 4. Oktober wieder zum Nationalfeiertag erklärt. Bereits 1958 wurde der 4. Oktober zu Ehren der Schutzheiligen Italiens – des Heiligen Franz von Assisi und der Heiligen Katharina von Siena – als Nationalfeiertag eingeführt, aber 1977 wieder abgeschafft. Auch andere Feiertage wie der Dreikönigstag, Fronleichnam und Christi Himmelfahrt wurden damals als gesamtstaatliche Feiertage gestrichen. Der Dreikönigstag wurde jedoch inzwischen wieder eingeführt. Als Todesdatum des Heiligen Franzi gilt zwar der 3. Oktober, der kirchliche Gedenktag ist jedoch am Tag danach.

Franz von Assisi, Sohn eines vermögenden Kaufmanns aus Umbrien, hat mit seiner Lebensweise der radikalen Armut eine spirituelle Bewegung inspiriert, aus der im Laufe der Jahrhunderte mehrere Orden wie die Franziskaner, die Minoriten, die Klarissen oder die Kapuziner hervorgingen. Der verstorbene Papst Franziskus hatte sich mit seiner Namenswahl, obwohl er als Jesuit selbst nicht der franziskanischen Bewegung angehörte, ebenfalls in diese Tradition gestellt.