Zurückgelassene Katzen und Hunde entsetzen derzeit Tierschützerinnen und -schützer in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE): Seit Ausbruch des Krieges im Iran registrieren Vereine, Tierheime und Tierschützer immer häufiger, dass Haustiere in Dubai und anderen großen Städten des Landes zurückgelassen werden. Tierärzte sagen sogar, dass die Anfragen zum Einschläfern von gesunden Haustieren zugenommen hätten, berichtet die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“.

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„Wir sind überwältigt worden von der Anzahl an Anrufen zu zurückgelassenen Hunden oder Besitzern, die ihre Haustiere abgeben möchten“, teilte etwa am vergangenen Donnerstag das Tierheim der Organisation „K9 Friends“ mit. Durch den Krieg im Iran seien viele Menschen dazu gezwungen, das Land plötzlich zu verlassen, „und leider werden dabei viele Haustiere zurückgelassen“, heißt es weiter. Die Organisation hatte einen Tag zuvor dazu aufgerufen, dass Familien, die in ihre Heimatländer zurückkehren, ihre Haustiere unbedingt mitnehmen sollten. Der Verein bietet Hilfestellung bei der Organisation von internationalen Tiertransporten an.

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Dubai: Flüchtige lassen Haustiere zurück – „Tierheime sind derzeit überfüllt“

Doch offenbar hat dieser Appell nicht ausgereicht. Tierschutzorganisationen und Privatpersonen berichten in sozialen Netzwerken und Zeitungen von zurückgelassenen Tieren. Aditi Gouri, Inhaberin von „The Barking Lot“, einer Tierpension in Dubai, sagte der britischen Zeitung „The Telegraph“: „Die Tierheime sind derzeit überfüllt und tun ihr Bestes – wir versuchen, so flexibel wie möglich zu bleiben, weil wir verstehen, dass dies schwierige Zeiten sind.“

Ein Freiwilliger, der anonym bleiben wollte, sagte der Zeitung, er habe Hunderte Beiträge in Whatsapp- und Facebook-Gruppen gesehen, die zeigen würden, wie Hunde auf der Straße ausgesetzt oder an Pfosten angebunden zurückgelassen worden seien. Die Tierschutzorganisation War Paws, die Tiere in Konfliktregionen unterstützt, verurteilte dieses Verhalten.

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Tierschützerin über zurückgelassene Tiere: „Dafür gibt es wirklich keine Entschuldigung“

Louise Hastie, die Geschäftsführerin der Organisation, sagte dem „Telegraph“: „Es ist nicht nur dort ein Problem, es passiert auch im Irak und in der Ukraine. Manche Leute sehen Haustiere einfach nicht so wie wir.“ Für so ein Verhalten gebe es „wirklich keine Entschuldigung, Dubai ist eine wohlhabende Stadt.“ Hastie fordert von der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, sich stärker für den Schutz von Tieren einzusetzen.

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Anwohner Dubais entsetzt: „Ihr seid die schlimmsten Menschen“

Das Entsetzen ist auch in sozialen Netzwerken groß. „Ihr seid die schlimmsten Menschen“, sagt etwa ein Anwohner Dubais auf Instagram in Richtung derer, die ihre Tiere zurücklassen. „Wenn ihr das Land verlassen wollt, tut das. Aber lasst nicht eure Tiere auf sich allein gestellt zurück.“ Gleichzeitig vernetzen sich auch einige Menschen über soziale Netzwerke und versuchen, gefundene Tiere an neue Besitzerinnen oder Kurzzeit-Pfleger zu vermitteln.

„Expats und Investoren befürchten zunehmend einen wirtschaftlichen Abschwung in Dubai, da Kriegsängste und Warnungen vor Zensur aufeinandertreffen. Nach dem Börsencrash von 2009 flohen viele Einwohner und ließen ihre Luxusautos am Flughafen zurück“, schreibt die Menschenrechtsaktivistin und Anwältin Radha Stirling auf der Plattform X. Sie lebt in Dubai. „Heute lassen manche sogar ihre Haustiere zurück.“

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Ein Teil des Problems sind die hohen Kosten, die anfallen, um ein Haustier international zu befördern. Diese sind abhängig von verschiedenen Faktoren. Laut der Website „Global Pet Relocation“ kann der Transport eines Tieres von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland umgerechnet insgesamt bis zu 6900 Euro kosten. Je nach Fluggesellschaft gelten unterschiedliche Preise und Vorgaben. Bei manchen Airlines müssen Katzen etwa als Frachtgut reisen und dürfen nicht mit in die Kabine. Andere Fluggesellschaften geben vor, dass bestimmte Transportboxen für die Tiere Pflicht sind. Neben den Kosten, die eine Airline für die Mitnahme von Tieren erhebt, ist auch zu beachten, welche Regeln in den Zielländern gelten.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Kosten für Tiermitnahme und -einreise können sehr hoch ausfallen

Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) müssen Tiere, die etwa aus nicht-gelisteten Drittländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland gebracht werden, einen Mikrochip oder eine Tätowierung als Kennzeichnung tragen. Außerdem ist eine Tiergesundheitsbescheinigung notwendig, inklusive gültiger Impfungen und Nachweisen von Blutuntersuchungen, die ebenfalls zu Buche schlagen.

Hinzu kommt, dass die Haustiere nicht in jedem Bundesland Deutschlands einreisen dürfen. Auch hier gibt das BMLEH Listen heraus. Aber nicht nur die Kosten erschweren es, seine Haustiere kurzfristig aus Kriegsgebieten mitzunehmen: In vielen Fällen braucht es einen Vorlauf von bis zu zwei Monaten, um geforderte Impfungen durchführen und nachweisen zu können sowie den Transport mit den Fluggesellschaften zu organisieren.

viv