Der Fall sorgte im vergangenen Jahr in Spanien und international für Empörung und Erschütterung: Ein deutsches Ehepaar soll seine drei Kinder in der nordspanischen Stadt Oviedo jahrelang ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt eingesperrt haben. Die spanische Polizei, die die Kinder im vergangenen Jahr nach Hinweisen von Nachbarn befreite, sprach von einem „Haus des Horrors“.

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An diesem Dienstag begann vor dem Landgericht in Oviedo der Prozess gegen das Paar. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern – einem 53-jährigen Deutschen und seiner 48-jährigen Ehefrau mit deutscher und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft – Freiheitsberaubung und psychische Misshandlung im familiären Umfeld vor. Für jeden der beiden Angeklagten fordert sie insgesamt 25 Jahre und vier Monate Haft.
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„Haus des Horrors“: Paar schottete drei Kinder über mehr als drei Jahre ab
Das Gericht ordnete an, dass die Öffentlichkeit bei diesem Prozess ausgeschlossen wird. Die Richter folgten damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft, um die drei minderjährigen Opfer zu schützen. Angesichts der Schwere der Vorwürfe könne eine öffentliche Verhandlung den Kindern „äußerst nachteilige Folgen“ zufügen, hieß es.
Nach Darstellung der Anklagebehörde hatten die Eltern ihre drei Söhne – zwei achtjährige Zwillinge und einen zehnjährigen Jungen – zwischen Dezember 2021 und April 2025 in einem Einfamilienhaus am Stadtrand von Oviedo nahezu vollständig abgeschottet. Die Familie soll aus Angst vor Krankheiten und Ansteckung ein extrem isoliertes Leben geführt haben. Die Kinder durften das Haus demnach nie verlassen, hatten keinen Kontakt zu anderen Menschen und auch keine Möglichkeit zur Kommunikation nach außen.
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Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, ihre gesetzlichen Fürsorgepflichten „in schwerwiegender Weise verletzt“ zu haben. Den Kindern seien grundlegende medizinische, soziale und emotionale Bedürfnisse vorenthalten worden. Die Jungen wurden in Spanien nie eingeschult, medizinisch kaum betreut und lebten laut Ermittlungsbericht in stark vernachlässigten hygienischen Verhältnissen. Als die Behörden eingriffen, konnten die Zwillinge laut Ermittlern weder lesen noch schreiben.
Polizei nimmt Eltern fest: „Wir haben das Horrorhaus zerschlagen“
Der Fall kam im Frühjahr 2025 ans Licht, nachdem eine Nachbarin ungewöhnliche Geräusche und Kinderstimmen aus dem Haus gemeldet hatte. Die Polizei begann daraufhin mit Beobachtungen und stellte fest, dass offenbar niemand außer dem Vater das Gebäude verließ. Ende April des vergangenen Jahres durchsuchten Ermittler schließlich das Haus und fanden die drei Jungen. Die Eltern wurden kurz darauf festgenommen und kamen zwei Tage später in Untersuchungshaft, in der sie sich bis heute befinden.
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Die Ermittler schilderten damals schockierende Zustände: Müllberge, benutzte Windeln, ständig verschlossene Fenster und große Mengen an Medikamenten, die teilweise ohne ärztliche Verschreibung beschafft worden sein sollen. Der örtliche Polizeichef sagte nach dem Einsatz: „Wir haben das Horrorhaus zerschlagen.“
Nach ihrer Befreiung kamen die Kinder unter die Obhut der Sozialbehörden, von denen sie bis heute betreut werden. Nach Behördenangaben arbeiten Pädagogen und Psychologen intensiv mit den Jungen, um die Folgen der jahrelangen Isolation aufzuarbeiten. Die Staatsanwaltschaft fordert neben den Haftstrafen für die Eltern auch ein Kontakt- und Annäherungsverbot gegenüber den Kindern sowie eine Entschädigung von jeweils 15.000 Euro für jeden der drei Jungen wegen der erlittenen psychischen Schäden. Ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.











