In der Nähe von Rena im Osten Norwegens entdeckten die beiden Schatzsucher Vegard Sørlie und Rune Sætre zunächst 19 wertvolle Münzen. Nachdem die zuständigen Behörden informiert worden waren, führten Archäologen eine umfangreiche Untersuchung durch, bei der mehr als 3000 weitere Münzen geborgen werden konnten. Damit handelt es sich um den größten bislang bekannten Münzhort Norwegens. Der bemerkenswerte Fund wird zeitlich der Wikingerzeit zugeordnet.

Mørstad-Schatz: Größter Münzhort in Norwegen

Mit fachkundiger Unterstützung konnten im Verlauf des Monats April insgesamt mehr als 3000 Münzen von den beteiligten Wissenschaftlern geborgen werden. Angesichts der außergewöhnlich hohen Anzahl gilt dieser Fund als beispiellos, wie die Archäologin May Tove Smiseth gegenüber „Science Norway“ hervorhebt.

Smiseth, die für die Verwaltungseinheit Innlandet tätig ist, hat bereits in der Vergangenheit mit Schatzsuchern und engagierten Laien bei archäologischen Entdeckungen zusammengearbeitet. Diese Kooperationen haben sich insbesondere durch herausragende Entdeckungen wie die vorliegende als äußerst produktiv erwiesen. Auf diese Weise konnten in Innlandet mehr archäologische Funde gesichert werden als in anderen Regionen des Landes.

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Der Münzhort, der nach seinem Fundort als „Mørstad Schatz“ bezeichnet wird, hat sich zur größten bekannten Entdeckung dieser Art in Norwegen entwickelt. Nach der Bergung der ersten Münzen am 10. April 2026 legten die Verantwortlichen zunächst großen Wert auf Vertraulichkeit. Ziel war es, einen möglichst großen Teil des Fundes zu sichern, bevor die Entdeckung öffentlich bekannt wurde.

Hervorragend erhalten: Die ersten norwegischen Münzen

Der „Mørstad Schatz“ erweist sich auch in weiterer Hinsicht als außergewöhnlich, da die Münzen in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand vorliegen. Zahlreiche Exemplare vermitteln den Eindruck, erst vor vergleichsweise kurzer Zeit geprägt worden zu sein, wie die Archäologin May Tove Smiseth hervorhebt. Als mögliche Erklärung wird angeführt, dass der umgebende Boden nur wenige Steine enthält, die eine Beschädigung hätten verursachen können. Weiterhin gehen die Forscher davon aus, dass die Münzen ursprünglich in einem Ledersack aufbewahrt wurden. Nach dem Zerfall dieses organischen Materials dürften landwirtschaftliche Arbeiten, insbesondere das Pflügen, zur Verteilung der Münzen über das Feld beigetragen haben.

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Ein Großteil der geborgenen Münzen wurde inzwischen an das Münzkabinett des Museums für Kulturgeschichte in Oslo übergeben. Der Münzexperte Svein Harald Gullbekk datiert die Funde vorläufig in die Wikingerzeit um das Jahr 1050, wobei detaillierte Analysen noch ausstehen. Er weist darauf hin, dass bislang bekannte Münzhorte aus dieser Epoche in der Regel etwa 2000 Münzen umfassen und die hier erreichte Größenordnung eine neue Dimension darstellt, die als außergewöhnlich zu bewerten ist.

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Bei den entdeckten Stücken handelt es sich überwiegend um Prägungen aus deutschen und englischen Regionen der späten Wikingerzeit. Daneben finden sich auch norwegische Münzen, die erst kurz zuvor unter König Harald Hardrada (1015–1066) im Zuge der Einführung eines neuen Münzsystems ausgegeben worden waren. Der Fund steht somit im Zusammenhang mit einer bedeutenden Phase der norwegischen Geschichte.

Wem gehörte der Münzschatz?

Für die Wissenschaftler stellt sich die Frage, wem der Münzschatz ursprünglich gehört haben könnte. Der Befund des Bodens liefert hierzu jedoch nur wenige Anhaltspunkte, da dieser für die Menschen der Wikingerzeit gewissermaßen als sicherer Aufbewahrungsort diente. Wertgegenstände wurden häufig im Erdreich deponiert, um sie vor Diebstahl zu schützen. Eine umfassende Analyse des Fundortes erbrachte bislang keine Hinweise auf eine Siedlung oder ein Gehöft aus dieser Zeit.

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Eine eindeutige Aussage zur Zuordnung gestaltet sich auch deshalb schwierig, weil aus der nordischen Region keine zeitgenössischen schriftlichen Quellen zu Besitzverhältnissen überliefert sind. Auf Grundlage späterer Grundstücksverträge aus dem 13. und 14. Jahrhundert lässt sich jedoch vermuten, dass der Wert des Schatzes ausgereicht haben könnte, um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu erwerben, wie Professor Gullbekk ausführt.

Die Archäologen gehen davon aus, dass sich in der näheren Umgebung weitere aufschlussreiche Hinweise finden lassen könnten. Entsprechende Untersuchungen seien bereits geplant.