Es ist eine außergewöhnliche Fundstätte, nahe des Dorfes Taskopa im Bezirk Temir in Kasachstan. Sie liegt abgelegen, nur eine Straße, eher eine Piste, führt durch den Ort. Größere Städte sind weit entfernt. Und doch haben Archäologen ausgerechnet dort einen außergewöhnlichen Fund gemacht: In einem der von ihnen untersuchten Grabhügel fanden sie die sterblichen Überreste eines Mannes, der in aufwendig gestalteter und kostbarer Kleidung bestattet worden war. Der Fund weist deutliche Parallelen zu dem sogenannten „Goldenen Mann“ aus dem Grabhügel von Issyk im Süden Kasachstans auf.

Außergewöhnlicher Fund in Kasachstan begeistert Archäologen

In sechs Metern Tiefe entdeckten die Forscher an der erst kürzlich identifizierten Fundstätte im Westen des Landes ein außergewöhnliches Grab, wie „heritagedaily“ berichtet. Innerhalb einer Grabkammer fanden sie die Überreste eines menschlichen Skeletts, das in aufwendig gestaltete und kostbare Kleidung gehüllt war. Diese wies Verzierungen aus Gold auf, die bei frühen nomadischen Steppenkulturen typischerweise mit sozialem Status und hohem Rang assoziiert wurden.

Ebenfalls bemerkenswert: Direkt neben dem Toten wurde ein Pferd beerdigt. Auch das Tier war mit Zaumzeug ausgestattet, das mit Edelmetallen verziert war. Die aufwendige Konstruktion des Grabhügels, die kostbaren Grabbeigaben, die Bestattung mit Pferd sowie die luxuriöse Kleidung deuten darauf hin, dass es sich bei dem Mann um eine hochrangige Persönlichkeit gehandelt haben könnte, etwa um einen angesehenen Krieger.

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Da die Ausgrabungen noch andauern, sind die Analysen der Funde bislang nicht abgeschlossen. Der die Arbeiten leitende Archäologe Arman Bisembayev vertritt die Auffassung, dass es sich um eine Bestattung der gesellschaftlichen Elite früher nomadischer Kulturen in dieser Region handelt. Von den weiteren Untersuchungen erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Identität des Verstorbenen, seine gesellschaftliche Rolle sowie die Lebenswelt, in der er vor mehr als 2000 Jahren existierte.

Goldener Kataphraktenkrieger: Fund erinnert an nationales Erbe

Der Find wird allerdings bereits jetzt mit dem sogenannten „Goldenen Kataphraktenkrieger“ verglichen, der im Jahr 1969 im Grabhügel von Issyk gefunden wurde. Diese Person wurde mit einer aus Tausenden Goldstücken bestehenden Rüstung bestattet, die in aufwendiger Arbeit rekonstruiert werden konnte. Der Tote wird in der Forschung als etwa 18-jähriger Prinz oder Prinzessin der Saken interpretiert und in das 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Da das biologische Geschlecht bislang nicht eindeutig bestimmt werden konnte, hat sich in der wissenschaftlichen Literatur auch die Bezeichnung „Goldener Mensch“ etabliert.

A copy of the parade armor Saka king, known as the Issyk Golden Man, V-VI century BC./Altyn Adam  the symbols of Kazakhstan/Turkestan, Kazakhstan -
Eine Nachbildung der Prunkrüstung des Königs von Saka, bekannt als der „Goldene Mann von Issyk“© Alamy Stock Photo | Vasca / Alamy Stock Photo

Seit der Unabhängigkeit Kasachstans im Jahr 1991 entwickelte sich diese Figur zu einem bedeutenden Symbol des nationalen kulturellen Erbes. Die rekonstruierte Rüstung nimmt einen zentralen Platz im Nationalmuseum in Astana ein und wird zudem international als repräsentatives Zeugnis der kasachischen Kultur präsentiert. Es ist denkbar, dass auch der jüngste Fund aus Taskopa künftig eine vergleichbare kulturelle und wissenschaftliche Bedeutung erlangen könnte.