Schatzsucher haben in der Nähe des Flusses Chelmer unweit der englischen Stadt Maldon mehrere wertvolle Silbermünzen entdeckt, die außergewöhnlich gut erhalten sind. Die Prägungen stammen aus der Regierungszeit Æthelreds II., dessen Herrschaft maßgeblich von zahlreichen Wikingerangriffen geprägt war. Aufgrund des Fundortes vermuten die Forschenden, dass die Münzen möglicherweise Teil des sogenannten Danegelds gewesen sein könnten, wie die BBC berichtet.

Silbermünzen verweisen auf ein dunkles Kapitel der Geschichte

Der Schatz wurde im Januar 2025 in der Nähe von Maldon entdeckt und umfasst insgesamt 14 angelsächsische Silberpennys. Obwohl diese Anzahl zunächst gering erscheinen mag, gewinnt der Fund im historischen Kontext erheblich an Bedeutung. Nach Angaben von Lori Rogerson, der zuständigen Fundbeauftragten für Essex, entsprach der Wert der Münzen etwa zwei durchschnittlichen Wochenlöhnen und läge nach heutigem Maßstab bei ungefähr 1000 Pfund. Das Braintree Museum hofft derzeit, den Fund erwerben zu können.

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Von besonderem Interesse ist jedoch die historische Einordnung der Münzen. Sie stammen aus der Regierungszeit Æthelreds II., dessen Herrschaft von anhaltenden Konflikten geprägt war und der später den Beinamen „der Unberatene“ erhielt. Bereits im Alter von zwölf Jahren bestieg er den englischen Thron, nachdem sein Halbbruder Edward unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen ermordet worden war. Die zunehmenden Überfälle dänischer Wikinger schwächten seine Herrschaft erheblich. Nach der verheerenden Niederlage in der Schlacht von Maldon im Jahr 991 versuchte Æthelred II., weitere Angriffe durch Tributzahlungen an die dänischen Krieger zu verhindern.

In diesem Zusammenhang entstand das sogenannte Danegeld, eine Form von Tribut beziehungsweise Schutzgeld, das an Wikinger gezahlt wurde. Aufgrund des Fundortes nahe Maldon gehen Forscher davon aus, dass die entdeckten Silbermünzen mit diesen Zahlungen in Verbindung stehen könnten. Da sich das Danegeld im Laufe der Zeit zu einer regelmäßigen Abgabe entwickelte, wurden Münzen aus der Regierungszeit Æthelreds II. später auch in zahlreichen Schatzfunden in Skandinavien entdeckt.

Saxon coin hoard linked to time of Viking raids
Silbermünzen verweisen auf ein dunkles Kapitel der Geschichte© Colchester and Ipswich Museum Service | Colchester and Ipswich Museum Service

Museum hofft auf weitere Schatzfunde

Neben den wertvollen Silbermünzen hofft das Braintree-Museum, weitere bedeutende Funde in seine Sammlung aufnehmen zu können. Dazu zählt unter anderem die vergoldete silberne Knaufkappe eines Schwertes aus dem 6. Jahrhundert, die von einem Sondengänger in der Nähe von Hatfield Peverel entdeckt wurde. Nach Einschätzung von Lori Rogerson stellt dieses Objekt einen seltenen archäologischen Hinweis auf die Existenz gesellschaftlicher Eliten im frühmittelalterlichen Essex dar.

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Die kürzlich entdeckten Funde, darunter sowohl die Silbermünzen als auch der kunstvoll gearbeitete Schwertknauf, eröffnen den Forschern neue Perspektiven auf die Geschichte des frühangelsächsischen Essex. Wie Rogerson erläutert, tragen gerade solche Objekte dazu bei, das bisherige Verständnis dieser Epoche schrittweise zu verändern und zu erweitern.