Die Küstenwanderung entlang der norditalienischen Region Cinque Terre führt durch eine einzigartige Landschaft zu den mittelalterlichen Dörfern Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Spektakulär schmiegen sich die Orte an die steilen Felsen oberhalb des Meeres. Atemberaubende Ausblicke und malerische Küstenorte ziehen jedes Jahr Besucher aus aller Welt an die ligurische Küste.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

In den vergangenen Jahren ist die Popularität der Region jedoch so stark gestiegen, dass die Gemeinden nun Gegenmaßnahmen ergreifen müssen. Zur Eindämmung des Massentourismus führt die von Urlaubern überlaufene 700-Einwohner-Gemeinde Vernazza neue Regeln für Reisegruppen ein. Und auch an anderen Orten gelten strenge Regelungen.

Vernazza: Hier gelten bald strenge Regeln für Touristen

Organisierte Besuchergruppen dürfen in Vernazza künftig aus maximal 25 Personen bestehen. Zudem sollen bei Führungen mit größeren Gruppen verpflichtend Kopfhörer verwendet werden, damit die Erklärungen der Reiseleiter besser verständlich sind und gleichzeitig die Belastung für Anwohner sinkt. Reiseführer dürfen keine Mikrofone mehr einsetzen, um sich Gehör zu verschaffen. Ausnahmen gelten für Kinder unter sechs Jahren sowie für Schulgruppen. Darüber hinaus wird das Verweilen größerer Reisegruppen in besonders engen Bereichen der Ortschaft eingeschränkt – etwa in schmalen Gassen, Treppenbereichen oder an stark frequentierten Zugängen.

Die neuen Regelungen sollen zwar erst ab dem 1. Januar 2027 zwingend sein, um Reiseveranstaltern ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Dennoch entsendet die Gemeinde bereits jetzt ein deutliches Signal: Künftig sollen strengere Vorschriften gelten. Ziel sei es laut Gemeindeverwaltung, die „Ruhe und Lebensqualität der Einwohner sowie die Mobilität“ in dem stark besuchten Küstengebiet zu schützen. Einen weiteren Weg zur Eindämmung des „Overtourism“ verfolgen Lokalpolitiker im Nationalpark Cinque Terre.

Für diesen Sommer ist angekündigt, dass nur noch eine begrenzte Zahl von Elektrofahrrädern in den malerischen Dörfern entlang der ligurischen Küste abgestellt werden darf. Gegebenenfalls soll der Zugang für weitere E-Bikes gesperrt werden. Auch die Zahl der Kanus und Ruderboote, die an den Stränden anlegen, wird künftig reguliert.

Mehr zu Urlaub in Italien

Portofino: Gemeinde richtet „rote Zonen“ ein

In der nahegelegenen Nobelortschaft Portofino gelten ebenfalls strenge Regeln rund um die berühmte Piazzetta – den zentralen Platz und Treffpunkt des Ortes – sowie im Hafenbereich. Die Gemeinde richtete sogenannte „rote Zonen“ ein, in denen Touristen sich tagsüber nicht unnötig aufhalten dürfen. Hintergrund waren große Gruppen von Kreuzfahrttouristen, die auf der Piazzetta oder an Aussichtspunkten immer wieder Staus und Sicherheitsprobleme verursachten.

Wer den Fußgängerverkehr behindert oder längere Zeit zum Fotografieren stehen bleibt, riskiert Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro. Zusätzlich gelten in Portofino weitere Verhaltensregeln. So sind Picknicks an öffentlichen Orten verboten. Ebenso gilt ein Alkoholverbot außerhalb ausgewiesener Bereiche. Strafen drohen auch Personen, die barfuß oder oberkörperfrei durch den Ort laufen. Selbst das Sitzen auf Mauern, Denkmälern oder Gehwegen kann geahndet werden.          

Amalfiküste: Politiker fordert Aussteigeverbot für Kreuzfahrer

Noch drastischere Forderungen kommen aus dem Süden Italiens. An der Amalfiküste drängen sich Touristen in engen Gassen, Straßen sind an manchen Tagen komplett verstopft. Als Hauptverursacher haben die Einheimischen die Kreuzfahrtbranche ausgemacht. Salvatore Gagliano, Politiker und Hoteleigentümer im kleinen Küstendorf Praiano, sagte gegenüber dem britischen „Telegraph“: „Wir brauchen eine Regelung, um Passagieren zu verbieten, die Kreuzfahrtschiffe zu verlassen und an Land zu kommen.“ Sein Vorwurf: Die Kreuzfahrer würden nur schnell ein paar billige Souvenirs einkaufen und kaum Geld in der Region ausgeben.

Auch auf der nahegelegenen Insel Ischia registrierte die Küstenwache an einem einzigen Wochenende mehr als 28.000 Kreuzfahrtpassagiere, die innerhalb von 48 Stunden von ihren Schiffen die Vulkaninsel im Golf von Neapel besuchten. Schon im vergangenen Jahr trafen sich Vertreter mehrerer Urlaubsorte zu einem Krisengipfel – geändert hat sich bislang jedoch nichts.

Rauchverbot in Ostia: Bis zu 550 Euro Strafe bei Verstoß

Nicht nur in den Küstenorten, sondern auch an Italiens Stränden treten in diesem Sommer strengere Regeln in Kraft. In Ostia, einem beliebten Treffpunkt für Römer und Touristen, der rund 30 Kilometer von Rom entfernt liegt, gilt künftig ein weitreichendes Rauchverbot. Untersagt sind nicht nur klassische Zigaretten, sondern auch E‑Zigaretten. Rauchen ist damit weder direkt am Strand noch in vielen angrenzenden Außenbereichen erlaubt. 

Die Stadt Rom begründet die Maßnahme mit Umwelt- und Gesundheitsschutz – insbesondere wegen der großen Menge an Zigarettenkippen im Sand und der Belastung durch Passivrauch. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit Geldstrafen von bis zu 275 Euro rechnen. In der Nähe von Kindern oder Schwangeren können sogar Strafen von bis zu 550 Euro verhängt werden.

Auch interessant

Sardinien: Handtuchverbot an diesen Stränden

Auch auf den Inseln gibt es Vorschriften, die Italienurlauber kennen sollten. Auf Sardinien ist es am Strand Spiaggia della Pelosa verboten, sich direkt mit einem Handtuch in den Sand zu legen. Hintergrund ist, dass Besucher mit ihren Handtüchern über Jahre hinweg erhebliche Mengen des wertvollen weißen Sandes vom Strand abgetragen haben sollen. Wer gegen diese oder andere Strandregeln verstößt, muss mit Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen. Generell ist das Sammeln von Sand oder Steinen als Souvenir auf Sardinien streng verboten. Dafür können Strafen von bis zu 3.000 Euro verhängt werden.

Kuriose Verbote gibt es auch in Chioggia bei Venedig. Hier sind aus Sicherheitsgründen chinesische Himmelslaternen verboten, die oft bei Partys verwendet werden. In den Sommermonaten steigt mit den Temperaturen und der zunehmenden Trockenheit auch die Gefahr von Bränden. Deshalb sei eine solche Verordnung, wie der Bürgermeister betonte, „eine notwendige Maßnahme“.