Zusammenfassung

  • Drei Versuche sind gescheitert, den Wal-Kadaver abzutransportieren.
  • Der Leichnam von „Timmy“ bläht sich immer mehr auf.
  • Auf der Insel Anholt wird es sonnig an Pfingsten, dadurch steigt die Gefahr einer Wal-Explosion.

Viel Sonne am langen Pfingstwochenende: Die Wettervorhersage für die Urlaubsinsel Anholt in Dänemark könnte für Einheimische und Kurzurlauber kaum besser sein. Wäre da nicht der aufgeblähte Kadaver des Ostsee-Wals „Timmy“, der auf einer vorgelagerten Sandbank liegt – und in den kommenden Tagen zur tickenden Zeitbombe mutieren könnte. Denn die Gefahr einer Wal-Explosion steigt.

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Nach drei gescheiterten Versuchen soll erst nach Pfingsten ein neuer Anlauf gestartet werden, das tote Tier in einen Hafen in Jütland abzutransportieren, teilte das Umweltministerium am Donnerstag mit. Der Leichnam des Meeressäugers liegt also mindestens noch vier weitere Tage vor der Insel, mutmaßlich bei strahlendem Sonnenschein. Und das sind nicht unbedingt gute Aussichten.

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Warum kann es zur Wal-Explosion kommen? Fäulnisgase können nicht entweichen

Denn es kann passieren, dass Wale explodieren: Vor allem liegt das an der sogenannten Blubber-Schicht beim Wal, der Fettdecke also. Diese ist mehrere Zentimeter dick. Während bei Tieren an Land die durch den Verwesungsprozess entstehenden Gase einfach entweichen, finden sie beim Wal schlichtweg keinen Weg nach draußen. Der Innendruck steigt also von Stunde zu Stunde. Im Livestream ist zu sehen, dass sich der Kadaver des toten Wals bereits enorm aufbläht.

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Das gezeichnete Bild einer tickenden Zeitbombe ist also angesichts der immer weiter fortschreitenden Verwesung nicht weit hergeholt. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Umgebungstemperatur. Im Sommer könne das binnen einiger Tage passieren, sagt Biologin Anja Gallus, bei kälteren Temperaturen aber auch deutlich länger dauern. Wie es bei Buckelwal „Timmy“ laufen werde, lasse sich nicht mit Gewissheit sagen.

Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Schaulustige wie am vergangenen Wochenende auf das tote Tier klettern. Ein älterer Mann hatte sich beim „Ritt“ auf dem toten Tier sogar noch von seiner Begleiterin fotografieren lassen. Neben Touristen, die die Insel Anholt als Urlaubsort schätzen, dürfte das dänische Eiland mutmaßlich über Pfingsten weitere Schaulustige anlocken. Die dänische Umweltbehörde hatte bereits kurz nach der Strandung des toten Wals vor zu nahem Kontakt mit dem Tier gewarnt.

Wal-Sprengung von Oregon: Als ein toter Meeresgigant in die Luft gesprengt wurde

„Wer nicht weiß, was er tut“, solle sich dem Kadaver nicht nähern, warnte Meeresbiologe Fabian Ritter in einem Interview mit „Bild“. Solange die Gase nicht weichen, bestehe die Gefahr einer Explosion. In vielen Fällen kommt es dazu, dass sich im Laufe der Zeit Risse und kleine Öffnungen bilden, so dass die Fäulnisgase langsam entweichen können. Besonders Sensationstouristen sind jedoch gefährlich, denn wenn die Haut plötzlich aufreißt, in etwa weil sich eine Person auf den Kadaver setzt, kann es zur Wal-Explosion kommen.

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Die wohl bekannteste Wal-Explosion – allerdings nicht auf natürliche Weise – fand 1970 in Florence im US-Bundesstaat Oregon statt. Dort wurde der 14 Meter lange Kadaver eines Pottwals von der Oregon Highway Division, der zuständigen Küstenbehörde, gesprengt. Eine alte Videoaufzeichnung dokumentierte den Moment, als eine halbe Tonne Dynamit den toten Wal in die Luft sprengte.