Duschen, Pool, Hotelgärten bewässern – vieles, was für Urlauber selbstverständlich ist, steht in Südtirol derzeit unter dem Vorzeichen der Wasserknappheit. Wegen der anhaltenden Trockenheit hat die Landesregierung ein Notfalldekret erlassen, das den Wasserverbrauch deutlich einschränken soll. Reisende wie Einheimische sind aufgerufen, sparsam und verantwortungsvoll mit Wasser umzugehen.

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Landeshauptmann Arno Kompatscher unterzeichnete auf Empfehlung des Wassernotstandskomitees ein Dekret mit einer Reihe von Maßnahmen, um die Trinkwasserversorgung in den kommenden Wochen sicherzustellen. Künftig gelten mehrere Einschränkungen: Die Bewässerung von Grünflächen ist zwischen 8 und 19 Uhr verboten und darf außerhalb dieser Zeiten nur alle drei Tage und nur im unbedingt notwendigen Ausmaß erfolgen. Die sogenannte Oberkronenberegnung ist zwischen 6 und 21 Uhr untersagt. Außerdem dürfen Straßen und Plätze nicht mehr mit Wasser gereinigt werden. Auch Autowaschen ist verboten.
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Südtiroler Wassersparmaßnahmen sollen Schlimmstes verhindern
Betreiber öffentlicher Trinkwasserleitungen sollen Großverbraucher gezielt auf die Notwendigkeit von Wassereinsparungen hinweisen. Auch der Betreiber der strategisch bedeutenden Staubecken in Vernagt, Reschen, Zoggler und Zufritt wird in die Pflicht genommen. Durch eine angepasste Stromproduktion sollen starke Schwankungen des Wasserabflusses in der Etsch im Wochenverlauf reduziert werden.
„Die aktuelle Situation verlangt von uns allen Verantwortung und Weitblick. Wasser ist eine begrenzte Ressource, auf die Natur, Bevölkerung, Landwirtschaft und Wirtschaft gleichermaßen angewiesen sind“, erklärte Kompatscher. Die beschlossenen Maßnahmen seien ein wichtiger Schritt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die verfügbaren Wasserressourcen bestmöglich zu schützen. Die Einhaltung der Vorgaben wird von den Gemeinden und Forststationen überwacht. Festgestellte Verstöße sollen an das Amt für nachhaltige Gewässernutzung gemeldet werden.
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Risiko am Fluss Etsch: Salzwasser könnte eindringen
Auslöser für das Dekret sind aktuelle Messdaten aus dem Einzugsgebiet der Etsch. Nach Angaben des Landes ist der Durchfluss des Flusses im Unterlauf zuletzt unter den kritischen Richtwert von 80 Kubikmetern pro Sekunde gefallen. Dadurch steigt das Risiko, dass Salzwasser aus der Adria flussaufwärts in die Etsch eindringt und die Trinkwasserressourcen gefährdet. Verantwortlich für die angespannte Lage sind die anhaltend hohen Temperaturen, ein schneearmer Winter sowie lange Trockenperioden ohne nennenswerte Niederschläge.
Während die Alpen früher mit ihren Schneereserven Flüsse und Seen über Monate speisten, bleiben die Niederschläge heute häufiger aus oder schmelzen wegen steigender Temperaturen innerhalb kurzer Zeit. Experten sehen deshalb einen grundlegenden Wandel und fordern einen raschen Ausbau der Wasserinfrastruktur. Wissenschaftler sehen die Entwicklung durch den menschengemachten Klimawandel verschärft.
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Dürre belastet Norditalien: Jetzt sollen Gebete helfen
Angesichts der anhaltenden Dürre hat das Bistum der norditalienischen Stadt Pavia die Gläubigen zu Gebeten um Regen aufgerufen. Den Priestern wurde eine Fürbitte vorgeschlagen, die in die Gottesdienste an Sonn- und Werktagen aufgenommen werden kann. Darin wird um „wohltuenden Regen“ gebetet, damit auf die Aussaat eine reiche Ernte folge.
Zugleich erinnerte die Diözese daran, dass bei gemeinschaftlichen Gebeten auch ein von Papst Paul VI. im Jahr 1976 verfasstes Gebet verwendet werden könne. Darin wird Gott gebeten, Regen auf das ausgetrocknete Land herabzusenden, damit die Ernte gedeihe und Menschen wie Tiere versorgt werden.









