Im Rahmen archäologischer Untersuchungen gelang es Experten, einen außergewöhnlich wertvollen Goldschatz zu bergen, der als einer der bedeutendsten Funde dieser Epoche gilt. Fundort ist ein Schiffswrack, das sich in der Nähe von Polače auf der Insel Mljet vor der südlichen Adriaküste Kroatiens befindet. Dort entdeckten die Forscher auch weitere kostbare Accessoires, die wertvolle Hinweise auf die Herkunft des Schiffes sowie auf seine Besatzung und Handelsverbindungen liefern.
Spektakulärer Fund: Einer der größten Goldfunde des Mittelmeeres
In den vergangenen 19 Jahren führte das Kroatische Institut für Denkmalpflege systematische Untersuchungen des Meeresbodens vor der Insel Mljet durch. Im Rahmen der archäologischen Suche konnten insgesamt 20 Schiffswracks dokumentiert werden, deren Entstehungszeit vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis in das 16. Jahrhundert reicht, berichtet das Kroatische Institut für Denkmalpflege.
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Besondere Aufmerksamkeit gilt einem byzantinischen Schiffswrack, das in das 7. oder 8. Jahrhundert datiert wird. Aufgrund seiner außergewöhnlich reichen und seltenen Ladung zählt es zu den bedeutendsten archäologischen Funden der byzantinischen Epoche im Mittelmeerraum. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses steht ein außergewöhnlicher Goldschatz. Nach Angaben des Leiters der archäologischen Untersuchungen, Igor Miholjek, wiegen die gereinigten und restaurierten Goldobjekte mehr als 600 Gramm. Damit handelt es sich um die bislang größte Goldmenge, die jemals aus einem Schiffswrack im Mittelmeer geborgen wurde. Zu den Funden gehören äußerst seltene Goldgürtel, die mit Smaragden, Rubinen und Perlen verziert sind, sowie der Ring eines hochrangigen Würdenträgers aus dem kaiserlichen Umfeld.
Nach Einschätzung der Forscher handelt es sich dabei nicht um gewöhnlichen persönlichen Schmuck. Die Goldobjekte waren Bestandteil kunstvoll gefertigter Ledergürtel, die von hochrangigen byzantinischen Würdenträgern getragen wurden. Kleidung und kostbare Accessoires dienten in dieser Zeit als sichtbares Zeichen ihres Ranges innerhalb der kaiserlichen Hierarchie. Vergleichbare Funde dieser Art konnten bislang aus keinem anderen Schiffswrack im Mittelmeer geborgen werden.

Goldener Siegelring mit Kaiserbildnis
Zu den außergewöhnlichsten Funden aus dem Schiffswrack zählt ein äußerst seltener Siegelring. Er trägt das Bildnis von Kaiser Herakleios, einem der bedeutendsten Herrscher des Byzantinischen Reiches, dessen Regierungszeit maßgeblich von den Auseinandersetzungen mit den Persern, Awaren und weiteren äußeren Gegnern geprägt war.
Nach Einschätzung der Forscher dürfte ein Ring dieser Art ausschließlich einer Person aus den höchsten Kreisen der byzantinischen Verwaltung oder des Militärs gehört haben. Vermutlich war sein Besitzer berechtigt, kaiserliche Dokumente mit dem Siegelring zu beglaubigen. Damit erfüllte der Ring nicht nur eine administrative Funktion, sondern diente zugleich als sichtbares Zeichen politischer Autorität und gesellschaftlichen Ansehens.
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Der Fund stützt die Annahme, dass sich zum Zeitpunkt des Untergangs eine hochrangige Persönlichkeit an Bord des Schiffes befand. Gemeinsam mit weiterem kostbarem Schmuck und Ausstattungsgegenständen entsteht das Bild eines Würdenträgers von herausragender Stellung innerhalb des Byzantinischen Reiches.
Kostbare Handelswaren an Bord des Schiffes
Obwohl die Goldfunde und die außergewöhnlich wertvollen Accessoires im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses stehen, weisen die Forscher darauf hin, dass das Schiff zugleich eine umfangreiche Handelsladung transportierte. Bei den Unterwassergrabungen wurden Amphoren, Handelswaagen, Elfenbeinmarken sowie zahlreiche Keramikgefäße geborgen, darunter Schalen, Teller, Krüge und weiteres Geschirr. Wissenschaftler der Stanford University analysieren derzeit die Amphoren und die keramischen Funde, um deren Herstellungsorte, den ursprünglichen Inhalt sowie die möglichen Handelsrouten und angelaufenen Häfen vor der Überfahrt in die Adria zu rekonstruieren.
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Die Ursache des Untergangs ist bislang ungeklärt. Nach einer Theorie könnte das Schiff in der Bucht Schutz vor einem Sturm oder schwerem Unwetter gesucht haben. Ebenso werden ein Navigationsfehler oder ein technisches Versagen der Schiffskonstruktion als mögliche Ursachen diskutiert. Unabhängig von der genauen Ursache besitzt das Wrack einen außergewöhnlich hohen wissenschaftlichen Wert. Die Funde ermöglichen neue Erkenntnisse über Handelsnetzwerke, transportierte Waren und möglicherweise auch über die Menschen, die während der byzantinischen Epoche auf den Seewegen der kroatischen Adria unterwegs waren.







