Im Mordprozess um den vor rund einem Jahr getöteten achtjährigen Fabian hat der psychiatrisch-forensische Sachverständige Peter Keiper sein Gutachten zur Schuldfähigkeit der Angeklagten vorgelegt. Sein Ergebnis: Gina H. sei aus seiner Sicht vollkommen schuldfähig. Das berichtet unter anderem „Focus Online“. Keiper halte zwar eine psychische Erkrankung der 30-Jährigen für gegeben, sehe darin aber keine Einschränkung ihrer Handlungsfähigkeit.

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Für seine Einschätzung hatten Keiper und eine Kollegin Gina H. nach Informationen der „Bild“ an fünf Tagen in der Justizvollzugsanstalt Bützow befragt. Das Gutachten soll zwischen 30 und 40 Seiten umfassen und sich auch mit möglichen Motiven für die Tat beschäftigen.

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Damit sehe der Sachverständige keine Grundlage für eine verminderte oder aufgehobene Schuldfähigkeit der Angeklagten. Die abschließende Entscheidung darüber trifft jedoch das Gericht. „Ob das Gericht dieser Einschätzung folgt, muss sich noch zeigen“, sagte Keiper gegenüber dem Portal. Gina H. hat selbst von mehreren psychischen Erkrankungen berichtet. Ihr behandelnder Psychologe habe bei ihr eine wiederkehrende depressive Störung sowie eine Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Anteilen diagnostiziert.

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Laut Anklage soll die Frau Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt erstochen und die Leiche anschließend angezündet haben. Ein Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft in ihrer Beziehung zu Fabians Vater. Die Angeklagte wies die Vorwürfe mehrmals deutlich zurück.

Nach eigenen Angaben bezieht sie seit Jahren wegen psychischer Probleme eine Erwerbsminderungsrente. Nach dem Gutachten könnte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden. Danach würden am 29. und 30. Oktober die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung und am 10. November möglicherweise das Urteil folgen.

mit dpa