Haftbefehl liegt erneut im Krankenhaus. Das bestätigte sein Bruder Capo am Montag in einem Video auf dem Instagram-Kanal des Rappers. „Er befindet sich gerade unter ärztlicher Aufsicht und muss sich gerade voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren“, erklärte er. Die für Oktober geplanten Konzerte in Düsseldorf und Berlin wurden abgesagt. Wie ernst es um den 40-Jährigen steht, ließ Capo offen. Inzwischen deuten Medienberichte jedoch darauf hin, dass sein Zustand weitaus ernster war, als die Mitteilung seines Bruders zunächst vermuten ließ.

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Haftbefehl nach Kokain-Rückfall im künstlichen Koma

Wie die „Bild“ unter Berufung auf das Umfeld des Rappers berichtet, soll Haftbefehl bereits Anfang Oktober in ein Krankenhaus in der Schweiz eingeliefert worden sein. Zuvor habe der 40-Jährige einen schweren Rückfall erlitten und bis zu 30 Gramm Kokain konsumiert. Anschließend habe er über Unwohlsein geklagt. Sein Zustand soll sich daraufhin derart verschlechtert haben, dass zeitweise Lebensgefahr bestand. Laut „Bild“ wurde der Musiker auf der Intensivstation künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt.

Mittlerweile scheint Haftbefehl das Schlimmste überstanden zu haben. Dem Bericht zufolge wurde er aus dem Koma geholt und benötigt keine künstliche Beatmung mehr. Er könne bereits wieder sitzen und laufen. Mehrere Angehörige sollen an seiner Seite sein. Ein Sprecher der Familie erklärte gegenüber „Bild“: „Er ist wieder da, er ist auf dem Wege der Besserung. Nun muss man abwarten, was die Ärzte sagen, wie seine Werte sich entwickeln.“

Neue Sorgen um Haftbefehl

Haftbefehls Kokainsucht begann bereits mit 13 Jahren

Wie tief Haftbefehl in seiner Drogensucht gefangen ist, zeigte bereits die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“, die im Oktober 2025 erschien. Der Film zeichnete nicht nur den Aufstieg eines der einflussreichsten deutschen Rapper nach, sondern offenbarte auch das Ausmaß seiner jahrzehntelangen Abhängigkeit.

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Schon mit 13 Jahren habe er begonnen, Kokain zu nehmen, erzählte Anhan darin. Über die Jahre steigerte sich sein Konsum ins Extreme. „Ein Gramm links, ein Gramm rechts, alle 20 Minuten“, beschrieb er seinen damaligen Drogenkonsum. Auch eine Überdosis, nach der er wiederbelebt werden musste, machte er öffentlich. „Ich war praktisch tot“, sagte er rückblickend. Es folgten zahlreiche Entzüge, doch dauerhaft los kam er von der Droge nicht.

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Haftbefehl zwischen Entzug und Comeback: Ein schwieriges Jahr

Nach der Veröffentlichung der Netflix-Dokumentation kündigte sich zunächst ein Neuanfang an. Als Haftbefehl im November 2025 erstmals wieder in Osnabrück auf der Bühne stand, rief er dem Publikum zu: „Ich bin clean – scheiß auf Drogen!“ Es klang nach einem Schlussstrich unter seine jahrelange Abhängigkeit. Doch die folgenden Monate ließen Zweifel aufkommen, wie gefestigt dieser Vorsatz tatsächlich war.

Im April 2026 trat der Rapper zur Saisoneröffnung im Megapark auf Mallorca auf. Nach gerade einmal zehn Minuten war der Auftritt vorbei, gerappt hatte er kaum. Im Juni folgte die Absage eines geplanten Konzerts in Frankfurt. Er sei „emotional und körperlich nicht in der Verfassung aufzutreten“, erklärte Anhan damals. Auch weitere Konzerte fielen aus.

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Haftbefehl in Frankfurt: Sein letzter Auftritt sorgte für Besorgnis

Am 20. September kehrte Haftbefehl schließlich in die Frankfurter Festhalle zurück. Die Erwartungen waren groß, das Konzert ausverkauft. Doch statt der angekündigten zwei Stunden stand der Rapper gerade einmal eine Stunde auf der Bühne. Keinen einzigen Song trug er vollständig allein vor. Wie die „Tagesschau“ berichtete, übernahmen Gastmusiker wie Olexesh, Veysel und Milonair große Teile des Auftritts.

Auch sein Auftreten gab Anlass zur Sorge. Mit gebeugten Schultern und heiserer Stimme stand der 40-Jährige auf der Bühne, Mund und Nase hinter einer schwarzen Maske verborgen. Die „Tagesschau“ beschrieb ihn als unsicher.

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Für zusätzliche Aufregung sorgte ein Zwischenfall mit der Pyrotechnik: Auf einem Video ist zu sehen, wie Haftbefehl beinahe in eine meterhohe Flamme gerät und erst im letzten Moment ausweicht. In den sozialen Netzwerken wurde anschließend nicht nur über die Qualität des Konzerts diskutiert, sondern zunehmend darüber, ob Haftbefehl gesundheitlich überhaupt in der Lage sei, aufzutreten. „Der gehört nicht auf eine Bühne, sondern auf eine beaufsichtigte Station“, kommentierte ein Instagram-Nutzer.

Was als Comeback gedacht war, hinterließ vor allem Zweifel, ob Haftbefehl seiner Rückkehr auf die Bühne gesundheitlich schon gewachsen war. Wenige Wochen später folgte die erneute Einlieferung ins Krankenhaus.