Seit rund zwei Wochen gehen iranische Bürgerinnen und Bürger landesweit auf die Straße. Sie protestieren gegen das Regime und leisten teils gewaltsamen Widerstand. Was zunächst als Protest von Basar-Händlern begann, hat sich inzwischen zu einem landesweiten, teils gewalttätigen Aufstand ausgeweitet. Shahin Gobadi ist Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des National Council of Resistance of Iran, eines im Exil ansässigen Oppositionsbündnisses. Er bezeichnet die Reaktionen der Bevölkerung als „Revolution“, die derzeit im Land stattfinde.
„Trotz des äußerst brutalen und gnadenlosen Vorgehens der Sicherheitskräfte halten die Proteste und der Aufstand an“, so Gobadi. Am Montagabend kam es in mehreren Städten zu schweren Zusammenstößen, unter anderem in Isfahan im Zentrum des Landes, in Kermanschah im Westen sowie in weiteren Regionen. Auch aus Teheran wurden am Sonntagabend Auseinandersetzungen in zahlreichen Stadtvierteln gemeldet. Trotz massiver Repressionen dauern die Proteste landesweit an.

Die iranische Regierung verschärft unterdessen ihren Konfrontationskurs. Laut der Nachrichtenagentur Associated Press will die iranische Justiz trotz Warnungen des US-Präsidenten Donald Trump zügige Prozesse und Hinrichtungen gegen festgenommene Teilnehmerinnen und Teilnehmer der landesweiten Proteste durchführen. Doch auch angesichts dieser Drohungen setzen viele Iranerinnen und Iraner ihren Widerstand fort.
Das Mullah-Regime ist seit 1979 an der Macht, nachdem es den Schah gestürzt hatte. Seitdem, so Gobadi, hegten viele Bürgerinnen und Bürger die Hoffnung auf einen Sturz des Regimes. Dieser Aufstand sei längst überfällig gewesen.
Um die Proteste einzudämmen, hat das Regime zudem den Internetzugang im Land weitgehend abgeschaltet. Seither dringen nur noch wenige Informationen nach außen.
„Nach Angaben des Netzwerks der People‘s Mojahedin Organization of Iran, des größten Mitglieds unserer Koalition, wurden bis zum 11. Januar mindestens 3.000 Demonstrierende vom Regime getötet“, erklärte Gobadi.
Weitere Einschätzungen zur Lage gibt neben Gobadi auch der österreichische Experte Walter Posch im FUNKE-Podcast „Im Krisenmodus“. Er arbeitet an der Landesverteidigungsakademie des Österreichischen Bundesheeres und gilt als ausgewiesener Kenner des iranischen Sicherheitsapparats.
Venezuela zwischen Machtkampf und Chaos
Während die Proteste im Iran weitergehen, verschärft sich die Krise in Venezuela dramatisch: Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro wurde Anfang Januar 2026 durch eine Militäroperation der USA abgesetzt und in die USA gebracht, wo er sich derzeit vor einem Bundesgericht verantworten soll.
Nach dem überraschenden Angriff ist das Land in einer tiefen politischen, rechtlichen und sozialen Ungewissheit. Offiziell hat die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez die Führung übernommen, unterstützt von Teilen des Militärs. Gleichzeitig bleiben die Vorwürfe gegen Maduro wegen Drogenhandel und Korruption ein zentraler Streitpunkt in New York.
Zu dieser komplexen Lage hat Expertin Dr. Claudia Zilla, Außenpolitologin mit Schwerpunkt Lateinamerika, eine Analyse geliefert. Ihre Einschätzungen sind in der vorherigen Folge von „Im Krisenmodus“ nachzuhören:

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Im Podcast „Im Krisenmodus“ wird denjenigen eine Stimme gegeben, die den Alltag in Krisen- und Kriegsgebieten hautnah erleben. Soldaten, Helfer und Betroffene teilen ihre bewegenden Geschichten und berichten von den Herausforderungen und Tragödien, die Krieg und humanitäre Krisen täglich mit sich bringen.
Journalist Jan Jessen, bekannt für seine Reportagen aus den Brennpunkten der Welt, reist direkt an die Fronten und in Krisengebiete, um diese Geschichten einzufangen. Mit seiner journalistischen Expertise und sensiblen Herangehensweise gibt er den Menschen in Kriegs- und Konfliktregionen eine Plattform, die gehört werden muss.
Alle zwei Wochen erscheint eine neue, eindringliche Folge, die die Hörer:innen in eine andere Krisenregion entführt. Der Podcast lässt nicht nur das Grauen, sondern auch die Widerstandskraft und den Mut der Menschen spüren, deren Leben durch Konflikte erschüttert wurde.
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