Das Gefühl schleicht sich ja schon lange ein: Nichts funktioniert mehr in diesem Land, die Reparatur der Schulklos nicht, die Digitalisierung der Bürgerämter lässt auf sich warten, ganz zu schweigen von den Problemen bei der Bahn. Und nun auch noch die Schwimmbäder: Mehr als jedes zweite Hallenbad in Deutschland ist marode, braucht dringend eine Generalüberholung. Sonst sind Technik, Dächer und so fort bald so kaputt, dass Menschen vor verschlossenen Türen stehen werden.

Einmal mehr gilt hier der Appell an die schwarz-rote Bundesregierung: Bitte nicht abtauchen, sondern helfen, die Schwimmbäder zu retten. Denn wenn sie den Hilferuf aus den Kommunen nicht ernst nimmt und jetzt nicht die nötigen Milliarden bereitstellt, nimmt sie in Kauf, dass die Hallenbäder für immer dicht machen.

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Man mag die Warnungen für übertrieben halten, dass Deutschland dann gleich zu einem Land der Nichtschwimmer wird. Aber es geht um mehr, denn quer durch die Generationen sind die Bürgerinnen und Bürger durch die Lage der Welt – die Kriege, die Waldbrände, die steigenden Preise in Supermärkten – durchgeschüttelt, mürbe, auch gestresst.

Hanna Gersmann
Hanna Gersmann, freie Autorin© privat | Privat

Steht dann auch noch das Bad mit verwuchertem Parkplatz, verdreckten Scheiben, bröckelndem Putz da, wäre es nur eine weitere Bestätigung, dass „die da oben“ sich nicht interessieren. Als wäre das Vertrauen in die Steuerungsfähigkeit der heutigen Politiker nicht schon wackelig genug. Als profitierten davon nicht allein Populisten. Anders gesagt: Wie erfolgreich die jetzige Bundesregierung sein wird, entscheidet sich in den Kommunen. Denn die Lage vor Ort betrifft die Menschen unmittelbar. Das Schwimmbad ist dabei ein wichtiger Baustein.