Friedrich Merz und Bärbel Bas duzen sich jetzt. Der Kanzler und seine Arbeitsministerin haben sich zu einem Zweierabend getroffen, haben Salat gegessen und zusammen zwei Bier getrunken. Betonung auf zwei. Im Grunde haben sie damit genau das gemacht, was jedes zerstrittene Paar in der Paartherapie macht, wenn es zusammenbleiben will, weil es zusammenbleiben muss. Wegen der Kinder. Wegen der Eigentumswohnung. Oder, im Fall von Union und SPD, wegen fehlender Alternativen. Merz und Bas haben sich also ausgesprochen. Auch über Stilfragen: Beide, sagen sie nachher, finden es vollkommen in Ordnung, wenn es mal ein bisschen ruppiger zugeht („Bullshit“), Hauptsache, man zieht am Ende an einem Strang.

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Julia Emmrich ist stellvertretende Ressortleiterin für Politik und Wirtschaft© FMG | Anja Bleyl

Man kann jetzt die Augen gen Himmel rollen und das alles furchtbar finden. Erzählt uns nicht, wie ihr eure Beziehung kittet, erzählt uns lieber, wie ihr den Sozialstaat retten wollt. Und ob es einen Plan B gibt, wenn das ohne neue Schulden, ohne höhere Steuern, ohne schmerzhafte Leistungskürzungen, aber im Moment eben auch ohne erkennbares Wirtschaftswachstum laufen soll.

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Merz in der Churchill-Falle
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Man kann das ganze Beziehungsding aber auch gut finden. Denn das, was passiert, wenn die Chemie so gar nicht stimmt, hat die Ampel-Koalition eindrucksvoll gezeigt. Das Problem ist bloß: Merz und Bas mögen an einem Strang ziehen, Söder und Klingbeil mögen sich freundlich anfrotzeln – das alles ist nichts wert, wenn die Teams dahinter Krieg gegeneinander führen. Mit anderen Worten: Merz muss nicht nur mit Bas Bier trinken, sondern mit der gesamten Unionsfraktion. Hier brodelt es. Hier ist der Beziehungsstatus unsicher. Hier muss Merz ein Fass aufmachen.