Ab 2026 verstärkt die ehemalige Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung, Tanit Koch, die NDR-Sendung „Klar“. Das gab der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag bekannt. Außerdem soll sich die Anzahl der Folgen erhöhen. Die sechs neuen Episoden werden abwechselnd vom NDR und Bayerischen Rundfunk (BR) produziert.

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„Die Gelegenheit, das Format ‚Klar‘ im Wechsel mit Julia Ruhs zu präsentieren, freut mich sehr. Ich sehe es als Chance, mit meiner Perspektive von außen zur Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beizutragen“, wird Koch in einer Pressemitteilung des NDR zitiert.

„Mit Tanit Koch haben wir eine versierte Journalistin und meinungsstarke Moderatorin für ‚Klar‘ gewonnen. Sie bringt vielfältige Erfahrungen und Perspektiven mit, die sehr gut zu ‚Klar‘ passen und das Profil des Formates stärken“, teilte Juliane von Schwerin, stellvertretende Programmdirektorin des NDR mit.

NDR findet prominente Nachfolge für Julia Ruhs‘ Sendung „Klar“

Die Journalistin Tanit Koch war seit September 2024 bei „Focus“ tätig. Zwischen 2016 und 2018 arbeitete sie als Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung. Später wurde sie in die Geschäftsführung bei „n-tv“ berufen sowie als Chefredakteurin der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL Deutschland. Laut NDR-Mitteilung leitete sie 2021 die Wahlkampfkommunikation für den damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU).

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Koch übernimmt Sendungen der Journalistin Julia Ruhs, um die sich in den vergangenen Tagen eine Debatte entbrannt hatte. Der NDR hatte sich von der 31 Jahre alten Moderatorin, die sich selbst politisch „Mitte-rechts“ einordnet, getrennt. Ruhs wird künftig lediglich die drei Folgen moderieren, die der BR verantwortet. Unionspolitiker wie Markus Söder oder Daniel Günther hatten den Sender für seine Entscheidung kritisiert.

Medienstaatsminister Wolfram Weimer warnte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor einem Akzeptanzverlust. „Wir haben in weiten Teilen der Bevölkerung den Eindruck, dass die öffentlich-rechtlichen Sender politisch einseitig berichten“, sagte er dem Fernsehsender Welt auf eine Frage zu Ruhs. „Und das ist ein Problem, weil die Öffentlich-Rechtlichen von großer Akzeptanz leben.“

„Monatelanger Kampf“ beim NDR um Moderatorin Julia Ruhs

Die Sendung „Klar“ ist als Debattenformat zu den „großen Streitfragen unserer Zeit“ angelegt. Beobachter hatten kritisiert, in der ersten Folge zum Thema Migration habe Ruhs Ressentiments bedient. Unsere Redaktion schrieb damals in einer Kritik dazu: „Julia Ruhs und die Redaktion nutzen das neue Format vor allem dafür, Frust zu kanalisieren. Dabei übersehen oder nehmen sie bewusst in Kauf, dass die Sendung am Ende einseitig und nicht konstruktiv bleibt.“ Satiriker Jan Böhmermann nannte das Format „rechtspopulistischen Quatsch“.

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Beim NDR hatte es einen „monatelangen internen Kampf“ um die Sendung und die Moderatorin gegeben, wie die Zeitung „Welt“ berichtete. Ruhs war von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Senders vorgeworfen worden, rechte Stimmungsmache zu betreiben.

mit dpa