Am vergangenen Wochenende sorgte diese Nachricht für bange Blicke bei vielen Flugpassagieren. Wegen eines Cyberangriffs auf die Check-in- und Boarding-Software „Muse“ kam es an insgesamt vier Flughäfen zu großen Einschränkungen und Verzögerungen. Letzten Endes mussten die Mitarbeiter der Flughäfen die Passagiere mit Listen einchecken und ihr Gepäck händisch sortieren. Doch die Attacke auf das System der Firma Collins Airspace könnte kein Zufall gewesen sein. Ein Fakt macht einen Experten besonders stutzig.

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IT-Professor spricht Klartext: Das könnte hinter der Cyberattacke gesteckt haben

Wie Alan Woodward, Gastprofessor für Informatik an der englischen University of Surrey, gegenüber „Metro“ erklärte, könnte der Vorfall eine Art Test gewesen sein. Die Software gelte als Standard an etwa 150 Flughäfen weltweit. Dass letztlich nur vier Airports über massive Probleme klagten, gibt Anlass zur Spekulation. „Kriminelle machen das, um Geld zu erpressen. Sie hacken sich in die Netzwerke ein und sagen dann: ‚Wir können euer gesamtes Netzwerk schließen, wenn ihr uns nicht auszahlt.‘ Das war ein Test“, so Woodward. Ein fehlerhaftes Software-Update schließe er aus.

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Was den Informatiker besonders irritiert, sei die unklare Informationslage. „Das wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Es ist sehr ruhig um diese Angelegenheit“, fügte er hinzu. Dieser Meinung ist auch der ehemalige britische Geheimdienstoffizier Philip Ingram. Er sagte der „Daily Mail“: „Die Sache trägt alle Markenzeichen eines russischen Angriffs.“

Zusätzlich deutet die Angelegenheit auf die Verletzlichkeit von kritischer Infrastruktur hin. Collins Aerospace ist Teil des Unternehmens RTX, das einer der größten Flug- und Verteidigungsspezialisten weltweit. Zu ihren Kunden zählt auch die britische Regierung. Für Alan Woodward ein weiterer Grund, dass solche Systeme künftig mehr Wert auf deutlich höhere Sicherheitsstandards legen müssen.

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Cyberattacke auf Flughäfen: Auswirkungen von Schadsoftware halten an

Der IT-Dienstleister Collins Aerospace war am Freitagabend zur Zielscheibe eines Cyberangriffs geworden. Der Hackerangriff legte die gemeinsamen elektronischen Systeme lahm, die über die Plattform des Anbieters liefen. Nach Angaben der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA handelte es sich um einen Angriff mit sogenannter Ransomware, also Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigibt. 

Wegen der Attacke meldeten vier europäische Flughäfen Probleme bei der Passagierabfertigung – neben Berlin waren dies Brüssel, Dublin und London Heathrow. Die anderen großen deutschen Flughäfen waren nicht betroffen. Am Flughafen Berlin-Brandenburg gab es auch am Dienstagmorgen noch Probleme an den Check-in-Schaltern, einem Sprecher zufolge aber „keine ungewöhnlichen Warteschlangen“ mehr. 

mit dpa