„The Rainbow Crosswalk“ ist nicht bloß ein Zebrastreifen – er ist für viele Menschen auch ein politisches Bekenntnis zur LGBTQIA+-Community und die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und weiteren queeren Menschen in den USA. Doch nun ließ die Trump-Regierung den ikonischen Straßenüberweg in Miami Beach, Florida, abreißen.

Das Kunstwerk, das 2018 vom Savino Miller Studio entworfen worden war, bestand aus Terrazzo-Pflastersteinen, die in einem Art-déco-Muster an der Kreuzung von Ocean Drive und 12th Street im historischen Art-déco-Viertel von Miami Beach angebracht waren. Es war ein beliebtes Foto-Motiv und zog viele Touristinnen und Touristen an. Doch die bunten Steine wurden am vergangenen Wochenende mithilfe von Baggern weggeschaufelt. Stattdessen ist an der Kreuzung schwarzer Asphalt aufgetragen worden.

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Wegen Trump: Florida entfernt Straßenkunst „mit sozialen, politischen oder ideologischen Botschaften“

Hintergrund der Entfernung: Die Verkehrsbehörde in Florida, die der Trump-Administration direkt untersteht, hatte mehrere lokale Behörden aufgefordert, Straßenkunst, die „mit sozialen, politischen oder ideologischen Botschaften in Verbindung steht“ zu entfernen. Anderenfalls drohte sie damit, staatliche Mittel zu streichen.

Die Reaktionen der lokalen Bevölkerung ließen nicht lange auf sich warten: Anwohner, Strandbesucher und Drag Queens beobachteten laut der überregionalen Zeitung „The Miami Herald“ den Abriss und brachten auch ihren Unmut über die Aktion zum Ausdruck. „Setzen Sie eine Maske auf, damit niemand sieht, wer Sie sind! Schämen Sie sich!“, soll demnach ein Mann den Arbeitern zugerufen haben, die den Abriss vornahmen.

USA News - October 6, 2025
Am Wochenende wurden die bunten Steine des Kunstwerks „The Rainbow Crosswalk“, das vom Savino Miller Studio entworfen worden war, entfernt.© IMAGO/ZUMA Press Wire | IMAGO/Amanda Rosa

Drei Drag Queens, die sich auf einen Auftritt in einer nahegelegenen LGBTQ+-Bar vorbereitet hatten, hielten Schilder mit der Aufschrift „Miami Beach Forever Proud“ hoch. „Es ist sehr emotional zu sehen, wie unser Volk und unser Stolz einfach so ausgelöscht werden. Es ist sehr schmerzhaft“, sagte CC Glitzer, eine der Drag Queens, dem „Miami Herald“. Glitzer stammt demnach aus Deutschland und lebt mittlerweile in dem US-Bundesstaat. „Sie können die Farben aus den Straßen entfernen, aber sie können die Farben niemals aus den Menschen entfernen“, sagte CC Glitzer der Zeitung.

Ein weiterer Anwohner sagte dem „Miami Herald“, es gebe niemanden, der das Kunstwerk loswerden wolle. „Alle wollen, dass es bleibt“, sagte er. „Das fühlt sich im Moment wie ein Angriff auf die Schwulengemeinschaft an.“ Auch ein Kommissar der Lokalpolizei äußerte gegenüber der US-Zeitung seine Zweifel an der Aktion: „Warum so viele Ressourcen und Steuergelder verschwenden, um etwas zu entfernen, das sicher, schön, ikonisch und von allen geschätzt ist …?“, zitiert die Zeitung den Kommissar.

News aus den USA

Trump-Administration will Verkehrssicherheit erhöhen – dabei könnten Regenbogen-Zebrastreifen helfen

Es ist einer von mehreren Fällen der jüngsten Vergangenheit, in dem Regenbogen-Zebrastreifen entfernt wurden: Der Bundesstaat ließ Ende August einen bunten Zebrastreifen in Orlando übermalen. Er war geschaffen worden, um an die 49 Opfer zu erinnern, die 2016 bei dem Angriff auf einen bei der LGBTQ-Gemeinschaft beliebten Club getötet worden waren.

Miami Beach's LGBTQ+ Crosswalk Removed Overnight By State's Dept. of Transportation
Statt den bunten Pflastersteinen des Rainbow Crosswalks ist nun schwarzer Asphalt auf dem Ocean Drive in Miami Beach (Florida) aufgetragen worden.© Getty Images via AFP | Joe Raedle

Mit einer landesweiten Initiative will die US-Verkehrsbehörde die Sicherheit und Mobilität auf den Straßen verbessern; im Zuge dessen sollen auch Zebrastreifen-Kunstwerke verbannt werden. US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte, Straßen sollten der Sicherheit dienen, „nicht politischen Botschaften oder Kunstwerken.“ Eine Studie von Bloomberg aus dem Jahr 2022 zeigt jedoch, dass Regenbogen-Kunstwerke an Straßenkreuzungen das Risiko für Verkehrsunfälle um bis zu 50 Prozent verringern können. Diese erhöhen demnach die Sichtbarkeit und lenken die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf die Kreuzungen.

In Miami Beach formiert sich derweil Widerstand gegen den Abriss des Rainbow Crosswalk: Wie ein Anwohner dem „Miami Herald“ sagte, wolle er noch in dieser Woche den Zebrastreifen wieder bunt anmalen.