- Am Montag sind die 20 noch lebenden Geiseln übergeben worden
- Zuvor hatten die Hamas und Israel den von Trump initiierten Friedensplan unterschrieben
- Das sind die Geschichten der 20 Geiseln, die zwei Jahre Gefangenschaft überlebten
Der Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump sieht vor, dass sämtliche Geiseln – lebend und tot – von der Hamas an Israel übergeben werden. Man spricht von 48 Geiseln, von denen 20 noch am Leben sind. Wer sind die Geiseln, die noch leben und was weiß man über sie?
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Alon Ohel ist Enkelkind einer Holocaustüberlebenden aus Berlin und ein begeisterter Pianist. Am 7. Oktober 2023 wurde er vom Nova-Festival im Süden Israels nach Gaza verschleppt. Man weiß, dass die Terroristen ihn schon am Tag des Massakers am Auge schwer verwundet haben. Der 24-Jährige soll unter akuter Gefahr stehen, gänzlich zu erblinden, sollte er nicht bald die entsprechende medizinische Versorgung erhalten. Auf einem Propagandavideo der Hamas, das vor einigen Wochen veröffentlicht wurde, kann man erahnen, dass Ohel auf einem Auge bereits erblindet ist. Das Video zeigte einen stark abgemagerten, blassen jungen Mann, der kaum dem lebensfrohen Pianisten ähnelt, wie ihn seine Freunde vor dem Krieg kannten. Von freigelassenen Geiseln weiß man, dass Ohel längere Zeit in Isolation festgehalten wurde.


Yosef Chaim Ohana wurde vor kurzem 25 Jahre alt. Auch er wurde vom Nova Festival verschleppt. Laut Augenzeugen hatte Ohana die Chance, dem Massaker zu entkommen, er entschied sich jedoch, zu bleiben und Überlebenden zu helfen. Seine Familie beschreibt Ohana als tief religiösen Menschen. Zurückgekehrte Geiseln bestätigten, dass sein Glaube dem 25-Jährigen half, die Folter zu überstehen. Mitte Mai war Ohana auf einem Propagandavideo der Hamas zu sehen – bleich, verzweifelt, unter großem Stress.

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Die Zwillinge Gali und Ziv Berman wurden von ihrem Zuhause im Kibbutz Kfar Aza verschleppt. Wie aus einem Gesundheitsdossier über den Zustand der Geiseln hervorgeht, sollen die heute 28-Jährigen körperlich und seelisch in einem äußerst schlechten Zustand sein. Bewohner von Kfar Aza beschreiben die Zwillinge als äußerst beliebte Mitglieder der Gemeinschaft. Sie sind deutsch-israelische Doppelstaatsbürger.


Matan Zangauker war am 7. Oktober mit seiner Partnerin Ilana Gritzwesky aus dem Zuhause im Kibbutz Nir Oz nach Gaza verschleppt worden. Gritzewsky wurde später im Zuge eines Geiseldeals befreit und zurück nach Israel gebracht. Zangauker leidet unter muskularer Dystrophie und ist auf regelmäßige Therapie angewiesen, um zu verhindern, dass sich sein Zustand verschlechtert. Seine Mutter Einav Zangauker ist eine der Leitfiguren des Angehörigenprotests für die Rückkehr der Geiseln.

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Der 21-jährige Rom Braslawski war als Security-Mitarbeiter am Nova-Festival tätig, als er verschleppt wurde. Der deutsch-israelische Doppelstaatsbürger soll während des Massakers an beiden Armen verletzt worden sein. Da er an Asthma leidet und es in den Tunneln der Hamas laut Aussagen der freigelassenen Geiseln konstant an Sauerstoff mangelt, fürchtet die Familie um seinen Zustand. Vor einigen Monaten gab es noch ein Lebenszeichen von Braslawski, meldet die deutsche Botschaft in Tel Aviv.

Der 32-jährige Avinatan Or war ebenfalls vom Nova-Festival verschleppt worden, das er mit seiner Partnerin Noa Argamani besucht hatte. Es war Or und Argamani gelungen, sich stundenlang zu verstecken, bis sie von den Terroristen gefunden und verschleppt worden. Argamani konnte von israelischen Truppen in Gaza befreit werden, danach schloss sie sich den Protesten für eine Rückkehr der Geiseln an. Von zurückgekehrten Geiseln weiß man, dass Or zum Zeitpunkt ihres Abschieds in einem körperlich stark geschwächten Zustand war.

Matan Angrest wurde als junger Soldat von einer Basis in Nahal Oz an der Grenze zu Gaza verschleppt. Der Enkel von Holocaustüberlebenden soll von den Terroristen schwer misshandelt worden sein, erzählten zurückgekehrte Geiseln.

Elkana Bohbot, Vater eines Kleinkindes, wurde vom Nova-Festival verschleppt. In einem letzten Telefonat am Morgen des 7. Oktober sagte er seiner Frau, dass er sich auf den Weg nachhause mache – zuvor wolle er helfen, Verwundete vom Festivalgelände zu evakuieren. Einige Stunden später tauchte ein Video von Elkana auf Telegram auf: am Boden liegend, gefesselt, sein Gesicht blutüberströmt. Das letzte Lebenszeichen von Elkana gab es im vergangenen Mai. In einem Hamas-Propagandavideo wirkt er äußerst geschwächt, offenbar nicht mehr in der Lage zu sitzen.

Guy Gilboa-Dalal besuchte mit 22 Jahren das Nova-Festival, als er gekidnappt und nach Gaza verschleppt wurde. Laut Berichten wurde er längere Zeit gemeinsam mit Eviatar David festgehalten. Beide waren extremem Hunger und schwerer körperliche und psychischer Folter ausgesetzt, berichteten zurückgekehrte Geiseln. In einem Video, das die Hamas Anfang September veröffentlichte, sieht man Eviatar David, bis aufs Skelett abgemagert. Er wurde gezwungen, vor der Kamera sein eigenes Grab zu schaufeln.


Eitan Horn besuchte seinen Bruder Jair im Kibbutz Nir Oz, als die Hamas-Terroristen einbrachen und die Brüder nach Gaza verschleppten. Der 45-jährige Jair wurde im letzten Geiseldeal befreit, Eitan blieb zurück. Der 39-Jährige leidet an einer chronischen Krankheit, die seit seiner Verschleppung nach Gaza nicht behandelt wird.

Maxim Herkin wurde vom Nova-Festival verschleppt und ließ eine dreijährige Tochter zurück. Der 37-Jährigen hat laut Berichten eine Verletzung am Arm, die nicht behandelt wurde. Über seinen Zustand ist wenig bekannt.

Nimrod Cohen war Teil einer Panzereinheit an der Grenze zu Gaza, als sein Panzer von Terroristen überfallen wurde. Er war der einzige Soldat seiner Einheit, der überlebte – und nach Gaza verschleppt wurde. Laut Berichten leidet der 21-Jährige unter den Folgen der schweren körperlichen Folter durch die Terroristen.

Segev Kalfon wurde am Rande des Nova-Festivals verschleppt. Laut Berichten leidet der 27-Jährige, dessen Familie in Dimona im Süden Israels lebt, unter schwerem posttraumatischen Stress. Sein seelischer Zustand verschlechtere sich stetig, heißt es.

Bar Kuperstein wurde ebenfalls vom Nova-Festival verschleppt. Der 23-Jährige leidet laut Armeeinformationen unter akuter Unterernährung „und anderen gesundheitlichen Problemen“, die nicht näher erläutert wurden.

Ariel und David Cunio, 28 und 35 Jahre alt, sollen unter besonders schwierigen Bedingungen festgehalten worden sein. Es fehlt an konkreten Informationen über die Brüder.


Omri Miran wurde vom Kibbutz Nahal Oz verschleppt, wo er seine Frau Lishay Miran und die beiden Töchter – sechs Monate und zwei Jahre alt – zurückließ. Laut Berichten freigelassener Geiseln leidet er unter starker Unterernährung. Er wurde lange Zeit in Isolation festgehalten, berichten sie.

Eitan Mor arbeitete am Nova-Festival, als er von dort verschleppt wurde. Laut freigelassenen Geiseln soll der 25-Jährige im Tunnel versucht haben, die anderen Geiseln aufzumuntern und mit den Terroristen zu verhandeln.





