Es sind die Bilder, auf die Donald Trump wohl seit Beginn seiner zweiten Amtszeit gewartet hat: der US-Präsident als erfolgreicher Friedensstifter im Nahen Osten, umringt von fassungslos glücklichen Geisel-Angehörigen. So ähnlich könnte es am Montag aussehen, wenn der 79-Jährige erst die Geiselfamilien trifft und später vor dem israelischen Parlament spricht. Es ist Trumps Triumph. Dafür bekommt er weder Medaille noch Friedensnobelpreis. Aber die weltweite Anerkennung ist ihm gewiss.
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Der Durchbruch übertüncht auch das Debakel mit Russland: Trump hat zu lange geglaubt, Kreml-Chef Wladimir Putin mit seinem „Wladimir, von einer Weltmacht zur anderen …“-Gehabe einhegen zu können. Ihn zum Frieden mit der Ukraine zwingen zu können. Putin hat ihn nie für voll genommen, und Trump scheint das erst vor Kurzem verstanden zu haben. Zumindest richtete er zuletzt sein volles Augenmerk auf den Krieg in Gaza – wohl in dem Wissen, dass er dort, auch angesichts der geschwächten Hamas, mehr erreichen kann.

Gaza: Die Traumatisierung der Menschen ist enorm
Gleichzeitig sind die Waffenruhe, die Geisel-Übergabe und der Austausch von Gefangenen in Phase eins des Trump-Plans nur ein erster Schritt, um den Krieg zu beenden. Ein nachhaltiger Frieden ist noch lange nicht in Sicht. Die Ankündigung der Hamas, sich nicht entwaffnen zu wollen und weiterhin eine tragende Rolle in Gaza spielen zu wollen, zeigt: Die echten Knackpunkte kommen noch.

Für die notleidenden Menschen im Gazastreifen dürfte der Montag ebenfalls ein Tag der Freude werden, zumindest ein bisschen. Die Waffen schweigen, viele sind schon an ihre Wohnorte zurückgekehrt. Doch die Zerstörung der Infrastruktur und die Traumatisierung der Bevölkerung sind immens. Ob die Menschen nun die Kraft haben und willens sind, Gaza wiederaufzubauen – mit internationaler Hilfe, aber ohne die Terroristen – das muss sich zeigen.






