Donald Trump hat bei seinen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges die Notbremse gezogen: Der Friedensgipfel mit Wladimir Putin in Budapest ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist peinlich, aber alternativlos. Der Kreml beharrt in vorbereitenden Gesprächen auf indiskutablen Maximalforderungen an die Ukraine, die nur als Provokation verstanden werden können. Ein erneuter Gipfel ohne Ergebnis aber wäre kontraproduktiv. Dennoch: Den Versuch war es wert.

Auch die Europäer haben Trump bedrängt, nach seiner Vermittlung eines brüchigen Waffenstillstandes im Gazakonflikt einen neuen Anlauf für einen Frieden in der Ukraine zu starten. Und es war Putin, der selbst Initiative zeigte, nachdem er befürchten musste, Trump verliere die Geduld mit ihm. Russland ist wirtschaftlich in Schwierigkeiten, militärisch nicht wirklich erfolgreich – Trumps Drohung, er könne der Ukraine Tomahawk-Marschflugkörper liefern, die Ziele auch Moskau sehr präzise erreichen würden, hat im Kreml deshalb die Alarmglocken läuten lassen.  

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 Christian Kerl, Korrespondent© HA | HA

Ukraine-Krieg: Trump fehlt ein Plan

Doch kaum hatte Trump den Friedensgipfel vor Augen, machte er einen Rückzieher und legte sich lieber mit dem ukrainischen Präsidenten an. Ein bekanntes Muster. Dem Präsidenten fehlt ein Plan, Wankelmut bestimmt sein Handeln, wo Entschlossenheit gefragt wäre. Putin glaubt, nach einem besänftigenden Telefonat sei die Gefahr wieder vorüber – und er könne weiter hoch pokern. Das wäre fatal. Die Diskussion um die Tomahawks hat ja gezeigt, wie geschmeidig der Kremlherrscher ist, wenn er fürchten muss, in Bedrängnis zu geraten.

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Die Absage des Budapest-Gipfels ist deshalb nicht schlimm, wenn Trump die richtigen Schlussfolgerungen zieht: Es ist höchste Zeit, dass er gemeinsam mit den Europäern den Druck auf Putin erhöht, wirtschaftlich wie mit Waffenlieferungen an die Ukraine. Erst dann lenkt der Kremlherrscher ein, nur dann wird es auch mit dem Gipfel klappen.