„14 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendelten 2024 mit Bus und Bahn zur Arbeit“, meldet das Statistische Landesamt IT.NRW. Nicht 40 Prozent, sondern VIERZEHN. Etwa jeder Siebte. Ist das zu fassen?
„Zur Erreichung der Klimaziele muss der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) eine echte Alternative zum Individualverkehr werden“, steht im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen. Schon seit Jahrzehnten wird in NRW und in ganz Deutschland gesagt, wir benötigen einen besseren Nahverkehr. Inzwischen gibt es ein Deutschlandticket, dass zwar immer teurer wird, aber den Weg zur Arbeit für Pendlerinnen und Pendler nach wie vor günstig macht.
Wie schlecht müssen Busse und Bahnen sein!
Wie schlecht und selten müssen Busse und Bahnen also sein, wenn die Menschen lieber im Stau stehen! Es ist doch kein Vergnügen, morgens und nachmittags mit dem Auto auf der A1, A40, A43 oder sonst wo im Land unterwegs zu sein. „Ich beiß‘ bei jedem Stau ins Lenkrad“, druckte die CDU schon 2017 sehr erfolgreich auf Wahlplakate.
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Wer mal auf einem Bahnsteig stand und auf eine Regionalbahn gewartet hat, die nie kam, wer in vollen Wagen darum bangt, an der nächsten Station wieder rauszukommen, wer merkt, dass „Abfahrt um 12.05 Uhr“ eigentlich 12.55 Uhr bedeutet, wer auf dem Land lebt und gar keinen Anschluss hat, der reiht sich lieber in die Autoschlange ein und hört Podcasts.
Politik, Verwaltungen, Verkehrsunternehmen feilschen hart um marginale Verbesserungen. Die Strukturen bei den Verkehrsverbünden und Verkehrsgesellschaften sind nach wie vor komplex. Immerhin läuft eine große Strukturreform, bei der am Ende die großen Verkehrsverbünde Rhein-Ruhr, Nahverkehr Westfalen-Lippe und Go.Rheinland Aufgaben an eine neue NRW-Verkehrsanstalt abgeben sollen.
Müsste der Nahverkehr von Grund auf neu gedacht werden? Kann man von Großstädten im Ausland lernen, in denen U-Bahnen in dichter Taktung unschlagbar günstig Pendler transportieren? Die Antwort dürfte kompliziert sein. Aber so, wie es ist, ist es Murks.



