Ein 37-Jähriger, der für die ZDF-Partnerfirma Palestine Media Production (PMP) arbeitete und am 19. Oktober bei einem Luftangriff im Gazastreifen getötet wurde, war angeblich Mitglied der Hamas. Wie die „Bild“-Zeitung zuerst berichtete, soll Ahmed As‘ad Muhammad Abu Matar Zugführer der radikal-islamischen Hamas gewesen sein. Das israelische Militär habe sowohl dem Blatt als auch dem ZDF ein Dokument vorgelegt, das die Mitgliedschaft beweisen soll. Nähere Angaben zu der Art des Dokuments und dessen Inhalt gab es zunächst nicht.
„Das ZDF begrüßt, dass die israelische Armee der Bitte nachgekommen ist, die Identität des getöteten Mitarbeiters der Produktionsfirma PMP in Gaza zu klären“, schrieb der Sender am Montag in einer Stellungnahme. Der Mann sei als Ingenieur für die Abwicklung der Übertragungstechnik zuständig gewesen. Als Reaktion habe das ZDF die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma bis auf Weiteres eingestellt. Das ZDF hatte eigenen Angaben zufolge seit Jahrzehnten mit der Firma zusammengearbeitet.
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ZDF-Mitarbeiter war wohl Hamas-Mitglied: IDF legt Dokument vor
Laut israelischem Militär war Abu Matar demnach kein zufälliges Opfer, sondern sei gezielt ins Visier genommen worden. Der 37-Jährige wurde am Sonntag vor einer Woche in Deir al-Balah im Zentrum des Küstengebiets getötet. Dabei kam laut ZDF auch der achtjährige Sohn eines anderen Mitarbeiters ums Leben.
Weitere Details zur Rolle des 37-Jährigen innerhalb der Islamistenorganisation, also etwa, ob er am Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt war, wurden zunächst nicht bekannt.
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Unmittelbar nach dem Angriff hatte ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten Israels Vorgehen kritisiert. Es sei „nicht hinnehmbar, dass Medienschaffende bei der Ausübung ihrer Arbeit angegriffen werden“, so Schausten. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hatte eine „lückenlose Aufklärung“ des Angriffs gefordert. Am Montag erklärte der DJV, der Hinweis, dass der Techniker Hamas-Mitglied gewesen sei, lasse „den Angriff in einem neuen Licht erscheinen“. Das Ende der ZDF-Zusammenarbeit mit der betroffenen Firma sei „die einzig mögliche Konsequenz“.
Tod von Hamas-Techniker im Gazastreifen: Unionspolitiker kritisieren ZDF
Aus der Union gab es deutliche Reaktionen zu den Vorwürfen. Dass dem ZDF die Mitgliedschaft des Mannes in der radikalislamischen Organisation offenbar nicht bekannt gewesen sei, sei „ein Skandal, der das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tief erschüttert“, sagte die Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, Ottilie Klein, der „Bild“ vom Dienstag.
Sie erwarte nun, „dass das ZDF nun konsequent und lückenlos aufklärt, wie es dazu kommen konnte und ob es noch weitere ähnliche Fälle gibt“, sagte die CDU-Abgeordnete. „Vor allem muss aber überprüft werden, ob die Hamas und ihre Unterstützer über diese Produktionsfirma Einfluss auf die Art und die Inhalte der Berichterstattung des ZDF hatten.“
„Dass ein Hamas-Terrorist für das ZDF gearbeitet hat, ist ein ungeheuerlicher Vorgang“, sagte CSU-Generalsekretär Martin Huber der „Bild“. „Das ist ein schwerer Schaden für die Glaubwürdigkeit und die bisherige Berichterstattung über den Konflikt.“ Huber forderte Konsequenzen: „Das ZDF und alle Berichterstatter müssen sicherstellen, dass sie nicht Hamas-Terroristen beschäftigen und Hamas-Propaganda verbreiten.“
Auch Armin Laschet (CDU), der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, kritisierte das ZDF: „Dass das ZDF in zwölf Jahren Zusammenarbeit nicht bemerkt, dass einer ihrer Mitarbeiter zeitgleich als Zugführer für die Hamas aktiv an Terrorismus gegen Israel beteiligt ist, spricht für sich“, sagte Laschet der „Bild“. „Die Tarnung als angebliche Journalisten und Techniker ist eine der perfidesten Methode der Islamisten. Leider sind allzu viele Medien weltweit auch bei ihrer Berichterstattung darauf reingefallen.“
Israel bezeichnet palästinensische Journalisten immer wieder als Terroristen
Der durch den Angriff der Hamas ausgelöste Krieg gehört zu den tödlichsten Konflikten für Medienschaffende in der modernen Geschichte. Seit Beginn der Kampfhandlungen wurden mindestens 200 palästinensische Journalisten im Gazastreifen durch israelischen Beschuss getötet.
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Der Verband der Auslandspresse in Israel und den palästinensischen Gebieten (FPA) wirft Israel vor, palästinensische Journalisten gezielt ins Visier zu nehmen und bekannte Sendeorte von Medienvertretern gezielt zu bombardieren. Israel wiederum warf Journalisten im Gazastreifen wiederholt vor, Mitglieder von Terrororganisationen zu sein und mit der Hamas zusammenzuarbeiten. Dies gilt besonders für den internationalen Nachrichtensender Al Dschasira, der diese Vorwürfe mehrfach kategorisch zurückgewiesen hat. Medienorganisationen wie das Internationale Komitee zum Schutz von Journalisten kritisieren immer wieder, dass Israel Journalisten ohne glaubwürdige Beweise als Militante bezeichne.
tok mit dpa und KNA





