Am Montag hat in Frankreich ein Prozess gegen zehn Personen begonnen, die online Verschwörungstheorien über Frankreichs First Lady, Brigitte Macron, verbreitet haben. Die Klägerin wehrt sich vor Gericht gegen die Behauptung, sie sei eigentlich ein Mann und trüge den Namen Jean-Michel. Diese Gerüchte haben sich über Jahre im Internet verbreitet, unter anderem unterstützt durch die amerikanische konservative Kommentatorin Candace Owens, die zudem behauptete, Brigitte Macrons Bruder (Jean-Michel Trogneux) existiere gar nicht.
Der jetzt gestartete Prozess richtet sich allerdings allein gegen französische Staatsbürger – acht Männer und zwei Frauen. Owens hingegen wird in einer weiteren rechtlichen Auseinandersetzung separat von den Macrons belangt. Der Prozess dürfte auch das Ausmaß des Cybermobbings offenlegen, dem Brigitte Macron ausgesetzt ist.
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Hacker änderten Macrons Profilnamen in Steuer-Account
Bereits am Vorabend des Prozesses enthüllte der französische Fernsehsender BFMTV in einer Dokumentation einen bisher unbekannten Vorfall aus dem Jahr 2024. Laut den Berichten sei der Online-Steuer-Account der First Lady gehackt worden. Dabei sei ihr Name auf der Plattform in „Jean-Michel“ geändert worden – ein Ereignis, das „im Élysée-Palast Panik auslöste“, erklärte Tristian Bromet, der Stabschef von Brigitte Macron, in der Dokumentation.
Diese Änderung sei laut Bromet ohne einen Eingriff von außen nicht möglich, was den Verdacht auf einen Hackerangriff erhärtet habe. Macron erstattete in der Angelegenheit Anzeige, woraufhin im Zuge der Ermittlungen zwei verdächtige Personen identifiziert wurden.
Verschwörungstheorien auch über Michelle Obama und Kamala Harris verbreitet
Der Prozess gegen die zehn französischen Angeklagten markiert nun einen weiteren Schritt des Élysée-Palasts im Kampf gegen Falschinformationen und persönliche Angriffe auf Frankreichs First Lady. Die Falschinformation über Brigitte Macron wurde seit 2017 immer wieder in Onlinediensten verbreitet, insbesondere vor Wahlen. Sie wurde in erster Linie von regierungsfeindlichen Kreisen gestreut.
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Ähnliche Behauptungen waren auch über die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern verbreitet worden. Über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron war mehrfach das Gerücht verbreitet worden, er sei homosexuell.
lro mit AFP




