Die Epstein-Affäre kommt mit Wucht auf Donald Trump zurück. Die Demokraten im Kongress haben am Mittwoch bislang unbekannte private E-Mails des verstorbenen Sex-Straftäters veröffentlicht, die den US-Präsidenten schwer belasten. In einer Nachricht schrieb Epstein, dass Trump „Stunden in meinem Haus verbracht“ habe – zusammen mit einem der Opfer von Epstein, der für den hundertfachen Missbrauch junger Frauen verantwortlich gemacht wird.
In einer anderen E-Mail behauptete Epstein, dass Trump „von den Mädchen wusste“, von denen viele später von den Ermittlern als minderjährig identifiziert wurden. In einem anderen Beitrag überlegte Epstein gegenüber dem Journalisten und Berater Michael Wolff, wie er Fragen der Medien zu ihrer Beziehung beantworten sollte, da Trump inzwischen zu einer nationalen politischen Persönlichkeit geworden war. Wolffs Antwort: „Ich denke, Sie sollten ihn sich selbst hängen lassen. Wenn er sagt, dass er nicht im Flugzeug oder im Haus war, dann verschafft Ihnen das wertvolle PR- und politische Kapital“, das später genutzt werden könnte, um „ihn zu hängen“ oder „ihn zu retten und eine Schuld zu generieren“.
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Trump und Epstein waren in den frühen 2000ern eng befreundet
Trump und Epstein waren bis zu den frühen 2000er Jahren eng befreundet. Später fiel der reiche Finanzier bei Trump in Ungnade, weil er in dessen Privat-Klub Mar-a-Lago eine junge Frau für seine „Massage“-Bedürfnisse abgeworben hatte. Dabei handelte es sich um Virginia Giuffre, deren jüngstes Buch Prinz Andrew, ein ehemaliges Mitglied des britischen Königshauses, Titel und Ansehen gekostet hat. Giuffre gehörte zu den prominentesten Opfern Epstein.
Trump hat bis heute jede Beteiligung an oder Kenntnis von Epsteins Sexhandelsgeschäften bestritten. Dass Epstein, der 2019 in Haft Selbstmord begangen haben soll, seit Monaten die Schlagzeilen beherrscht, tut Trump regelmäßig als demokratische Verleumdungs-Operation ab.

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Werden Epstein-Files nun öffentlich? Repräsentantenhaus tritt mit neuer Abgeordneter zusammen
Dass die belastenden E-Mails an diesem Mittwoch öffentlich wurden, ist kein Zufall. Das Repräsentantenhaus kam am Nachmittag nach über 50 Tagen Pause erstmals zusammen, um per Abstimmung den Regierungsstillstand („Shutdown“) zu beenden. Davor sollte die bereits vor sieben Wochen gewählte demokratische Abgeordnete Adelita Grijalva vereidigt werden. Sie wird nach eigenen Angaben die 218. Stimme für einen Antrag sein, der das Justizministerium zur Herausgabe sämtlicher Epstein-Gerichts- und Ermittlungsakten zwingen würde. Ein Szenario, das Trump, Justizministerin Pam Bondi und FBI-Chef Kash Patel seit Monaten verhindert haben.

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Die drei separaten E-Mail-Korrespondenzen, die jetzt veröffentlicht wurden, stammen allesamt aus der Zeit nach Epsteins Plädoyer-Vereinbarung in Florida im Jahr 2008, als er wegen Anstiftung zur Prostitution angeklagt worden war. Sie entstanden, und das ist bemerkenswert, viele Jahre, nachdem Trump und Epstein sich angeblich heillos zerstritten und keinen Kontakt mehr hatten. Eine E-Mail war an Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell adressiert, die derzeit in Florida in Haft sitzt, Trump aber um Verkürzung ihrer 20-jährigen Strafe wegen Sexhandels gebeten hat.
Jeffrey Epstein an Enthüllungsautor: Trump „wusste von den Mädchen“
Zwei weitere waren an den Autor Michael Wolff adressiert, der mehrere Enthüllungsbücher über Trump geschrieben hat und früher eng mit Epstein in Kontakt stand. Wolff behauptet öffentlich, dass Epstein ihm mehrere Fotos gezeigt habe, auf denen Trump zusammen mit leicht bekleideten, minderjährigen Mädchen zu sehen gewesen sei. In einer E-Mail an Wolff aus Januar 2019 schrieb Epstein: „Natürlich wusste er von den Mädchen, denn er bat Ghislaine, damit aufzuhören.“
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Trump reagierte persönlich zunächst nicht. Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, erklärte, die von den Demokraten veröffentlichten E-Mails, seien „nichts weiter als böswillige Versuche, von den historischen Errungenschaften von Präsident Trump abzulenken, und jeder Amerikaner mit gesundem Menschenverstand durchschaut diesen Schwindel und die offensichtliche Ablenkung von der Wiedereröffnung der Regierung.”
Später in der täglichen Pressekonferenz wich sie der Frage aus, ob Trump jemals „Stunden“ mit einem Opfer in Jeffrey Epsteins Haus verbracht habe, wie Epstein in den E-Mails behauptete. Sie zitierte stattdessen Virginia Giuffre, die in einem Zivilprozess auf die Frage, ob Trump Zeuge des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in Epsteins Haus gewesen sei, so beantwortet hatte: „Ich glaube nicht, dass Donald Trump an irgendetwas beteiligt war.“ Leavitts Fazit: „Diese E-Mails beweisen absolut nichts, außer der Tatsache, dass Präsident Trump nichts Falsches getan hat.“

Am Nachmittag versuchten die Republikaner die Opposition zu übertrumpfen und veröffentlichten ihrerseits 20 000 Seiten aus den Epstein-Akten. Darin tauchten E-Mails von Epstein an Freunde und Geschäftspartner auf, die mit waren mit wenig schmeichelhaften, teilweise spöttischen Bemerkungen über Trump gespickt waren. So wurde etwa Trumps schriftliche Angaben gegenüber dem Fiskus zu seinem Finanzgebaren in punkto Kredite, Einkünfte und Stiftungen als „100 Seiten Unsinn“ bezeichnet. An einer anderen Stelle bezeichnete Epstein Trump in einem E-Mail-Austausch mit Lawrence H. Summers, dem ehemaligen Finanzminister und Präsidenten der Harvard University, als „grenzwertig verrückt“.







