Ein einziger Satz im Rentengesetzentwurf bringt die Koalition ins Wanken. Die Passage, wonach das Rentenniveau auch nach 2031 um rund einen Prozentpunkt höher liegen soll als im geltenden Recht, hat ausgerechnet jene auf den Plan gerufen, auf die Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundestag angewiesen ist: die 18 Mitglieder der Jungen Gruppe.
Der Parteinachwuchs der Union wertet die Formulierung als Vertragsbruch. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag sei eine solche Festschreibung nicht vereinbart, warnen sie – und rechnen vor, dass die Änderung 118 Milliarden Euro kosten würde. Für eine Koalition mit nur zwölf Stimmen Mehrheit ist das mehr als ein Dissens: Es ist eine Machtprobe. Denn ohne die Unterstützung der Jungen Gruppe bekommt das Rentenpaket keine eigene Mehrheit im Bundestag. Wer aber sind die 18 Rebellen?

Pascal Reddig (CDU)
Pascal Reddig führt als Vorsitzender die Junge Gruppe der Unionsfraktion – und damit jene 18 Abgeordneten, auf deren Stimmen die Koalition beim Rentenpaket angewiesen ist. „Wenn der Gesetzentwurf nicht verändert wird, werden wir ihm nicht zustimmen“, sagte Reddig dem Portal web.de.
Der 30-jährige Jurist aus Hanau in Hessen war Rechtsanwalt für Presse- und Medienrecht, bevor er in den Bundestag zog, und ist seit 2018 im Bundesvorstand der Jungen Union aktiv. Dort prägt er Themen wie Rente, Gesundheit und soziale Sicherung. Im Ausschuss für Arbeit und Soziales arbeitet er weiter intensiv an der Rentenpolitik. Auf seiner Webseite betont Reddig „Generationengerechtigkeit“ als Leitbegriff seiner Arbeit: Politik müsse „mit Weitblick“ betrieben werden und dürfe keine Entscheidungen treffen, „die kommende Generationen teuer bezahlen müssen“.

Philipp Amthor (CDU)
Philipp Amthor, Jahrgang 1992 aus Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern), ist einer der profiliertesten Jungpolitiker der CDU. Seit 2017 sitzt er im Bundestag, studierte Jura an der Universität Greifswald und war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Seit Mai 2025 ist Amthor Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Amthor ist überzeugt davon, dass der Staat effizienter werden muss, Bürokratie abgebaut und Digitalisierung vorangetrieben werden soll. In der Vergangenheit geriet Amthor durch seine Lobbyarbeit für ein US-Start-up in die Kritik, die ein Prüfverfahren des Bundestages nach sich zog. Amthor setzt auf einen leistungsfähigen, innovationsfreundlichen Staat mit klaren Regeln. Sein Stil: wortgewandt, sachlich und gelegentlich mit einem Augenzwinkern.
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Johannes Volkmann (CDU)
Als Enkel von Helmut Kohl bekam Johannes Volkmann Politik quasi in die Wiege gelegt. Der 1996 geborene Abgeordnete für Lahn-Dill (Hessen) studierte Volkswirtschaft und Politik an der Zeppelin Universität Friedrichshafen sowie Contemporary Chinese Studies an der Universität Oxford; im Bundestag nutzt er seine Expertise vor allem für Ostasien-Themen. Im Auswärtigen Ausschuss setzt Volkmann sich für eine interessensgeleitete Außenpolitik, starke Bundeswehr und widerstandsfähige Lieferketten ein. Darüber hinaus engagiert sich Volkmann für den Erhalt von Kultur und Gemeinschaft: „Deutschlands kulturelles Erbe verdient besonderen politischen Einsatz“, betont er auf seiner Webseite. Besonders am Herzen liegen ihm der Kulturerhalt im ländlichen Raum und der Schutz jüdischen Lebens – immer mit Blick auf Identifikation, Gemeinschaft und Heimatgefühl.
Dr. Konrad Körner (CSU)
Konrad Körner, Rechtsanwalt aus Herzogenaurach und 1. Stellvertreter der Jungen Gruppe, vertritt den Wahlkreis Erlangen (Bayern) im Bundestag. Für die Förderung der Wirtschaft fordert der 33-Jährige Bürokratieabbau, stabile Energiepreise und technologische Offenheit. Gleichzeitig setzt er auf ein konservatives Wertefundament: Ehe und Familie als Leitbild, christliche Traditionen in Bildung und Gesellschaft, Schutz christlicher Feiertage und Ablehnung von Gendervorgaben im öffentlichen Raum.
Körner fordert zudem härtere Strafen für die Unterstützung terroristischer Organisationen, bis hin zu Ausweisung und Entzug des Aufenthaltstitels oder der Staatsbürgerschaft. Moscheen, „in denen Hass oder Antisemitismus gepredigt wird“, sollen geschlossen werden. Gleichzeitig will er Rechtsextremismus mit den Mitteln des bestehenden Maßnahmenpakets konsequent bekämpfen – und Linksextremismus ebenso entschieden, wenn er zu Gewalt gegen Staat, Eigentum oder Infrastruktur aufruft.
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Frederik Bouffier (CDU)
Frederik Bouffier, Sohn des früheren hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, vertritt seinen Wahlkreis Gießen im Bundestag. Bouffier studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Nottingham, absolvierte seinen juristischen Vorbereitungsdienst am Landgericht Gießen mit Stationen unter anderem beim Europäischen Parlament. Im Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung sowie im Innenausschuss.
Johannes Winkel (CDU)
„Christlich-soziale Politik heißt, den Schwachen zu helfen, ohne die Starken zu entmutigen“, schreibt Johannes Winkel auf seiner Webseite. Der Düsseldorfer Jurist ist Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands und kämpft im Bundestag für eine Sozialpolitik, die Sicherheit im Alter bietet, ohne die jüngere Generation zu überlasten.

Catarina dos Santos-Wintz (CDU)
„Mut zu Neuem, Mut zu neuem Miteinander“ – so beschreibt Catarina dos Santos-Wintz ihre politische Philosophie. Die in Lissabon geborene Rechtsanwältin vertritt Aachen II im Bundestag und ist seit 2025 Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion. Ihr Studium in Köln und Lissabon finanzierte sie mit Nebenjobs als Kellnerin und in einer Rechtsabteilung.
Im Bundestag liegt ihr Schwerpunkt auf Europa-, Digital- und Rechtspolitik. Für dos Santos-Wintz ist die CDU die Partei des Grundgesetzes, der Mitte und des gesellschaftlichen Ausgleichs: Veränderungen sollen so gestaltet werden, dass sie allen dienen und extreme Ränder nicht gestärkt werden.
Anna Aeikens (CDU)
Anna Aeikens ist die jüngste Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion und vertritt den Wahlkreis Börde – Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Die Agrarökonomin engagiert sie sich in den Ausschüssen für Umwelt sowie Ernährung, Landwirtschaft und Heimat und ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Beruflich leitet sie eine Agrar-Consulting-Firma.
Florian Bilic (CDU)
Florian Bilic vertritt den Wahlkreis Pirmasens, Rheinland-Pfalz, im Bundestag und sagt selbst: „Eine starke Wirtschaft ist das Fundament unseres Wohlstands.“ Der Betriebswirt kämpft für Bürokratieabbau, bessere digitale und verkehrstechnische Anbindung auf dem Land sowie eine verlässliche medizinische Versorgung.
Exklusive Politik-Hintergründe – für Sie recherchiert
Leif Erik Bodin (CDU)
Leif Erik Bodin vertritt Nordfriesland und das nördliche Dithmarschen im Bundestag. „Mir ist es wichtig, unsere Heimat zu bewahren und gleichzeitig fit für die Zukunft zu machen“, sagt der Jurist auf seiner Webseite. In den Ausschüssen für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Tourismus sowie als stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss bringt er die Anliegen Nordfrieslands ein. Besonders liegen ihm Küstenschutz, erneuerbare Energien, Landwirtschaft, Tourismus und eine bessere Anbindung der Region am Herzen.
Dr. Yannick Bury (CDU)
Yannick Bury vertritt den Wahlkreis Emmendingen in Baden-Württemberg und ist Mitglied des Haushaltsausschusses. Ihm ist wichtig, „dass wir mit dem Geld der Steuerzahler verantwortungsvoll und sparsam umgehen“, sagt der Volkswirt, der in Freiburg studierte und berufsbegleitend promovierte, auf seiner Webseite. Als Hauptberichterstatter verantwortet er den Etat des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und setzt sich für eine generationengerechte Finanzierung der Sozialversicherungen ein. Zudem ist Bury für den Haushalt des Bundesnachrichtendienstes zuständig und Mitglied im Vertrauensgremium für die Ausstattung der Nachrichtendienste. Privat bleibt er seiner musikalischen Leidenschaft treu: Seit seinem neunten Lebensjahr spielt er Trompete.
Nicklas Kappe (CDU)
Nicklas Kappe, 29 Jahre alt, Chemieingenieur aus Gelsenkirchen, vertritt den Wahlkreis Bottrop – Recklinghausen III (NRW) im Bundestag. „Eine starke Wirtschaft bedeutet Wohlstand für alle“, sagt Kappe, der besonders auf wettbewerbsfähige Energiepreise, Bürokratieabbau, Digitalisierung und die Förderung von MINT-Berufen setzt, um Industrie, Investitionen und Arbeitsplätze zu stärken. Zugleich liegt ihm Familienpolitik am Herzen: Er fordert flexible, gut finanzierte Betreuungsangebote und Arbeitszeitmodelle, die Beruf, Familie und soziales Engagement vereinbar machen. Privat bleibt Kappe sportlich aktiv: Seit seinem fünften Lebensjahr spielt er Fußball.

Daniel Kölbl (CDU)
Der 32-jährige Bankkaufmann aus Elmshorn sitzt seit 2025 für den Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein im Bundestag; vor seinem Mandat war er Abteilungsdirektor bei einem Kreditinstitut. Kölbl sieht sich als Vertreter einer modernen Sozialen Marktwirtschaft und warnt vor den Folgen hoher Energiepreise, überbordender Bürokratie und steigender Steuerlast, denn: „all das und mehr lässt Unternehmen ist Ausland flüchten“. In der Innen- und Migrationspolitik fordert er robuste EU-Außengrenzen, Zurückweisungen an nationalen Grenzen, Sachleistungen statt Geldzahlungen und spürbare Kürzungen bei mangelnder Integrationsbereitschaft.
Carl-Philipp Sassenrath (CDU)
Carl-Philipp Sassenrath, Jurist aus Neuss in NRW, kennt die Abläufe in Berlin aus erster Hand: Vor seiner Wahl beriet er die CDU/CSU-Fraktion zu Themen wie Wirtschaft, Klima, Energie und Mittelstand und arbeitete im Bundeswirtschaftsministerium unter anderem zu Künstlicher Intelligenz. Heute ist er im Bundestag zuständig für Verkehr, Recht, Verbraucherschutz, Haushalt, Europa und wirtschaftliche Zusammenarbeit – und will Reformen vorantreiben, die Bürgern, Familien und Unternehmen mehr Spielräume verschaffen.
Sebastian Schmidt (CDU)
„Ik bün en Holsteenjung“ heißt es auf der Webseite von Sebastian Schmidt. Der gebürtige Oldenburger ist Bankkaufmann und Betriebswirt und setzt sich im Bundestag vor allem für die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein ein. Gleichzeitig kämpft er für ein „zukunftsfähiges Rentensystem und eine faire Verteilung der Lasten“, um die jüngere Generation nicht zu überlasten.
Marvin Schulz (CDU)
Marvin Schulz, 1994 in Berlin geboren, bringt Erfahrung aus Bezirks- und Landespolitik mit. Bevor er ins Bundestagsmandat wechselte, führte er die CDU-Fraktion in Reinickendorf und war Referatsleiter im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten in Berlin.

Vivian Tauschwitz (CDU)
„Moin!“ – so begrüßt Vivian Tauschwitz Besucherinnen und Besucher auf ihrer Webseite. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin lebt mit ihrer Familie in Bispingen im Heidekreis, Niedersachsen. Vor ihrem Einzug in den Bundestag war Tauschwitz Offizierin bei der Bundeswehr, zuletzt in der Drohnenaufklärung und 2023 im Auslandseinsatz in Mali. Im Parlament sitzt Tauschwitz im Europa- und Verteidigungsausschuss und setzt sich dafür ein, dass Soldatinnen und Soldaten moderne Ausrüstung, verlässliche Ausbildung und Wertschätzung für ihren Dienst erhalten.
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Johannes Wiegelmann (CDU)
Johannes Wiegelmann, Jahrgang 1993, vertritt den Wahlkreis Main Kinzig – Wetterau II – Schotten im Bundestag. Der Jurist arbeitete zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag und ist seit April 2023 als Rechtsanwalt im Wirtschaftsstrafrecht tätig. Auf seiner Webseite schreibt er, dass „die Probleme irregulärer Migration und gescheiterter Integration inzwischen überall sichtbar geworden sind“. Entsprechend setzt er sich für Asylverfahren in Drittstaaten und den konsequenten Vollzug von Rückführungen ein.









![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

