Er gilt als einer der besten Kampfpanzer der Welt: der Leopard 2 aus deutscher Produktion. Jetzt wird eine neue Generation des Leopards erstmals öffentlich vorgestellt – der Leopard 2 A8 zum stolzen Stückpreis von etwa 25 Millionen Euro, aber umfassend modernisiert und mit einem besonders wirkungsvollen Schutzsystem auch gegen Drohnen. Am Mittwoch verließ der erste Panzer die Werkshalle des Rüstungsherstellers KNDS (ehemals Krauss-Maffei) in München, Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein norwegischer Amtskollege Tore O. Sandvik waren eigens zum feierlichen „Roll-Out“, also der ersten Präsentation, angereist.
Auch Norwegen wird den neuen Panzer zügig erhalten, ein Zeichen der wachsenden Partnerschaft zwischen Berlin und Oslo, wie es heißt. Die Bundeswehr hat 123 der Kampfpanzer bestellt, die Kosten von 3,5 Milliarden Euro beinhalten auch zusätzliche Leistungen des Herstellers. Die Panzer, die von 2027 bis 2030 an die Bundeswehr ausgeliefert werden sollen, sind dann als Erstes für den Einsatz in der neuen Bundeswehr-Brigade Litauen vorgesehen. Damit sollen die Soldaten dort „die bestmögliche Ausstattung zum Schutz der Nato-Ostflanke“ erhalten, so die Bundeswehr. Gleichzeitig soll die Bundeswehr-Panzerflotte von bislang nur gut 300 Kampfpanzern auf 430 anwachsen.
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Immer wieder wurde der Leopard 2 seit seiner Premiere 1978 überarbeitet. Seit 1992 wurden aber gar keine Leopard 2 mehr für die Bundeswehr produziert, stattdessen wurde die bestehende Flotte mehrmals modernisiert. Der Leopard 2 A8 ist nach Angaben der Bundeswehr erstmals ein kompletter Neubau, womit die Teilsysteme auf den modernsten Stand gebracht wurden. Die Bundeswehr spricht vom „besten Leopard 2, der bisher gebaut wurde“.
Der Panzer soll besonders gegen Drohnenangriffe geschützt sein
Ein Sprung nach vorn ist vor allem der serienmäßige Einbau des abstandsaktiven Trophy-Schutzsystems, das der israelische Hersteller Rafael entwickelt hat. Mit der Kombination von Radarsensoren, einem Hochleistungsrechner und Werfereinheiten am Panzerturm werden anfliegende feindliche Geschosse noch vor ihrem Aufprall auf die Panzerung zerstört. Zugleich wurde aber auch die Panzerung unter anderem aus Stahl, Wolfram, Verbundwerkstoffen und Keramikkomponenten noch verstärkt. Als Lehre aus den Erfahrungen im Ukraine-Krieg soll der Panzer nun auch besonders gegen Drohnenangriffe geschützt sein – die ukrainische Armee hatte eine Reihe von Leopard-Panzern bei russischen Angriffen eingebüßt.
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Die Bewaffnung mit einer 120-Millimeter-Bordkanone von Rheinmetall, die verschiedenste Munitionssorten abfeuern kann, und mit zwei Maschinengewehren des Kalibers 7,62 Millimeter bleibt unverändert. Die Kanone ist nun aber kombiniert mit einem Feuerleitsystem der neuesten Generation, fortschrittlicher Optik, Panoramasichtgeräten und KI-gestützter Zielerfassung, was schnellere und präzisere Gefechte ermöglichen soll. Die Bedienung durch den Richtschützen wird damit vereinfacht, während der Panzerkommandant mit einem neuen Periskop einen besseren Überblick erhalten soll. Der Nebelwerfer, der eine Nebelwand zum Sichtschutz erzeugen kann, bleibt erhalten.

Ausgestattet ist der Kampfpanzer mit einem 1500-PS-Motor, der eine Spitzengeschwindigkeit des 60-Tonners von mehr als 60 Kilometer pro Stunde erlaubt (rückwärts 30 km/h). Die maximale Kampfentfernung wird mit bis zu fünf Kilometern angegeben, sodass auch Ziele hinter weit entfernten Deckungen erreicht werden können.





