Wer künftig visumfrei in die USA reisen möchte, muss sich auf deutlich strengere Kontrollen einstellen. Die US-Regierung plant eine umfassende Verschärfung der Regeln für das elektronische Reisegenehmigungssystem ESTA – darunter eine Pflicht zur Offenlegung sämtlicher Social-Media-Konten der vergangenen fünf Jahre. Zu den Staaten zählen unter anderem Deutschland, Österreich, Schweiz, Australien und Japan.

Die Änderungen gehen aus einer aktuellen Mitteilung der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hervor. Sie folgen auf eine Präsidentenverfügung aus dem Januar 2025, mit der der Schutz vor Terrorismus und anderen Sicherheitsrisiken ausgeweitet werden soll.

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Pflichtangaben: Social Media, Telefonnummern, E-Mails – und mehr

Kernpunkt der geplanten Neuerungen: Künftig soll niemand mehr eine ESTA-Genehmigung erhalten, ohne alle genutzten Social-Media-Profile der letzten fünf Jahre offenzulegen. Doch das ist nur der Anfang. Auch alte Telefonnummern, frühere E-Mail-Adressen, Informationen über Familienmitglieder und technische Daten wie IP-Adressen oder Metadaten der eingereichten Fotos sollen verpflichtend abgefragt werden. Die USA würden damit eines der umfassendsten Datenanforderungspakete weltweit für Touristen einführen.

Gleichzeitig möchte die CBP künftig alle ESTA-Anträge ausschließlich über eine mobile App entgegennehmen. Die bisherige Website soll nur noch Informationen bereitstellen und Antragsstände anzeigen, aber keine neuen Anträge mehr annehmen. Als Grund nennt die Behörde massive Sicherheitslücken: Über die Webseite seien häufig schlechte oder manipulierte Passbilder hochgeladen worden, was die Identitätsprüfung ausgehebelt habe. Zudem sei eine wachsende Zahl betrügerischer Drittanbieter-Webseiten aufgefallen, die Touristen hohe Gebühren berechnen, aber keine gültigen ESTA-Anträge einreichen.

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Die App hingegen kann die elektronischen Sicherheitsmerkmale moderner Pässe auslesen, Selfies auf Echtheit prüfen und biometrische Daten direkt mit US-Behörden abgleichen.

Ausreise per Selfie: USA wollen lückenlose Bewegungsdaten

Auch bei der Erfassung von Ausreisen zieht die CBP die Schrauben an. Über die hauseigene Mobil-App sollen Reisende künftig freiwillig ein Selfie und ihren Standort übermitteln können, um ihre Ausreise biometrisch bestätigen zu lassen. Die Behörde will damit bisherige Informationslücken schließen, insbesondere an Landgrenzen, an denen nicht immer formell „ausgestempelt“ wird.

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Für deutsche und europäische Datenschützer dürften diese Pläne hoch problematisch sein. Die verpflichtende Preisgabe von Social-Media-Profilen, umfangreichen Familieninformationen und sogar biometrischen Daten wie Fingerabdrücken oder DNA, selbst wenn diese noch nicht sofort umgesetzt wird, dürfte für Diskussionen sorgen.

Bisher ist unklar, wann die neuen Regeln genau in Kraft treten. Die US-amerikanische Öffentlichkeit hat 60 Tage Zeit, um zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen, heißt es in der Bekanntmachung im Federal Register.