Chanukka ist das jüdische Lichterfest. Es erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem – und an das Wunder des Lichts, das damit verbunden ist. Diesen Tag haben in Australien zwei Angreifer gewählt, um wahllos Familien zu ermorden, die am Strand in Sydney das fröhliche Fest feierten. „Füllt Bondi mit Freude und Licht“ stand auf der Einladung. Doch der Abend endete mit Tod und totaler Finsternis. Der Hass richtet sich gegen die Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt. Es ist schier unerträglich.

Kurz, trügerisch und voreilig war die Hoffnung, dass mit dem Verstummen der Waffen im Nahen Osten, eine andere Zeit beginnen könnte. Doch der Terror kennt keine Grenzen. Erst im Oktober tötete ein Angreifer vor einer Synagoge in Manchester zwei Menschen – am höchsten jüdischen Feiertag, Yom Kippur. In Halle verhinderte 2019 nur die massive Tür der Synagoge ein großes Massaker an Yom Kippur. Achtzig Jahre nach dem Holocaust können jüdische Deutsche nur geschützt durch ein Großaufgebot von Sicherheitskräften unbeschwert zusammenkommen. Deutschland verzeichnet einen neuen Rekord an antisemitischen Gewalttaten.

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Gudrun Büscher ist Leitende Redakteurin in der Zentralredaktion.© Reto Klar | Reto Klar

Wie bei der Feier am Bondi Beach hatte am Sonntag auch die jüdische Gemeinde Berlin zum Anzünden des ersten Lichts am Chanukka-Leuchter am Brandenburger Tor eingeladen. Der Beginn des frohen Fests ist ein neuer Trauertag. Hass tötet – und er ist abgrundtief geworden. Man kann und muss den Schutz der Jüdinnen und Juden weltweit verstärken. Noch niemand hat einen Weg gefunden, dem Hass wirkungsvoll zu begegnen.