Die USA wollen Taiwan offenbar Waffen im Rekordwert von 11,1 Milliarden Dollar (rund 9,5 Mrd. Euro) liefern, wie das taiwanische Verteidigungsministerium mitteilte. Es wäre das größte US-Waffenpaket für das ostasiatische Land aller Zeiten. Das Paket umfasse unter anderem HIMARS-Raketensysteme, Haubitzen, Panzerabwehrraketen und Drohnen.
Das US-Verteidigungsministerium teilte laut der Nachrichtenagentur Reuters mit, die Waffenlieferung diene den nationalen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen der USA, indem sie Taiwans Bemühungen zur Modernisierung seiner Streitkräfte und zur Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen Verteidigungsfähigkeit unterstütze. Das Vorhaben befinde sich nun in der Phase der Benachrichtigung des US-Kongresses.
China verurteilte die geplanten Waffenlieferungen der USA indes. Washington verletze damit das Ein-China-Prinzip schwerwiegend, teilte das Außenministerium in Peking mit. Zugleich wurden die Vereinigten Staaten dazu aufgefordert, keinerlei Rüstungsgeschäfte mit Taiwan zu machen.
USA genehmigen größtes Waffenpaket aller Zeiten für Taiwan
Die Spannungen zwischen China und dem benachbarten Taiwan waren zuletzt gestiegen. Taiwan hat einen Rekord chinesischer Militärflugzeuge um den ostasiatischen Inselstaat verzeichnet. Bis einschließlich 15. Dezember seien in diesem Jahr 3.570 Maschinen verschiedener Typen in das Gebiet um Taiwan eingedrungen, verglichen mit 3.070 im gesamten Jahr 2024, berichtete das Nationale Sicherheitsbüro (NSB) im taiwanischen Parlament in Taipeh.
Noch nicht enthalten waren neun Flugzeuge der Volksbefreiungsarmee, die in den 24 Stunden bis zum 17. Dezember um 6.00 Uhr (Ortszeit) um Taiwan operierten. Fünf davon drangen laut Verteidigungsministerium in die sogenannte Luftverteidigungsidentifikationszone ein – nicht zu verwechseln mit dem Luftraum. Taiwans Militär beobachtete zudem die erste Durchfahrt von Pekings neuem Flugzeugträger „Fujian“ durch die Meerenge zwischen China und Taiwan (Taiwanstraße) seit der Indienststellung.
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NSB-Direktor Tsai Ming-yen verwies im Parlament auf 39 „gemeinsame Kampfpatrouillen“ chinesischer Marineschiffe. Diese sollten die Alarm- und Reaktionsmuster in der Taiwanstraße prüfen.
Das Verteidigungsministerium erklärte zudem, dass Peking niemals einem Verzicht auf militärische Gewalt zur Annexion Taiwans abgeschworen habe und weiterhin Militärübungen in der Taiwanstraße, im Ostchinesischen Meer und im Westpazifik durchführe, um die Verteidigungsfähigkeit der japanischen und taiwanischen Streitkräfte zu prüfen.
les/dpa



