Donald Trumps Interesse an Design-Fragen beschränkt sich nicht auf die vergoldeten Rahmen, Putten und Verzierungen im Oval Office des Weißen Hauses. Amerikas Präsident sorgt sich auch um das Aus- und Ansehen der Vereinigten Staaten auf hoher See.
Der 79-Jährige wird nach eigenen Worten bei der Entwicklung des nach ihm benannten „größten, tödlichsten und bestaussehenden Kriegsschiffs” der US-Marine kreativ auf der Brücke stehen und ein Wort mitreden, was die Formensprache des neuen Mega-Zerstörers der sogenannten Trump-Klasse angeht. Warum? „Weil ich ein ästhetischer Mensch bin.”
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Trump, der Ästhetiker
Die auf rund fünf Milliarden Dollar pro Stück geschätzte „USS Defiant“ (was man mit „Trotzig” übersetzen kann) soll das erste von rund 20 bis 25 „Battleships” werden, mit der die Navy auf den Weltmeeren in den Jahren ab 2030 ein Alleinstellungsmerkmal haben werde, sagt Trump.

Das neue Schiff soll mehr als 35.000 Tonnen verdrängen, größer und zerstörerischer sein als alle derzeitigen Zerstörer und die Möglichkeit bieten, Waffen wie elektromagnetische Railguns, Energielaser, leistungsstarke Langstreckenraketen und Hyperschallraketen in das zu integrieren, was Trump die „Golden Fleet” nennt.
Bei der Vorstellung der Pläne in seinem Florida-Privat-Domizil Mar-a-Lago, wo bereits nach Weihnachten mit Rüstungsunternehmen Details und Produktionsabläufe besprochen werden sollen, betonte Trump, dass er seit Jahren eine Modernisierung der amerikanischen Kriegsflotte fordert. Nun sei man am Ziel.
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Die nach ihm benannten Schiffe „werden dazu beitragen, die militärische Überlegenheit der USA aufrechtzuerhalten, die amerikanische Schiffbauindustrie wieder zu beleben und Amerikas Feinden auf der ganzen Welt Angst einzujagen“.
Trump kritisierte schon in erster Amtszeit „hässliche“ Schiffe in der US-Flotte
Trump kritisierte aus nicht auf Anhieb erkennbaren Gründen bereits in seiner ersten Präsidentschaft (2017 bis 2021) vor allem das Aussehen amerikanischer Kriegsschiffe. Er verglich sie mit dem Material rivalisierender Marinen und monierte oft, das US-Boote rostig über die Wellen gleiten.
Mark Esper, Trumps ehemaliger Verteidigungsminister, hat diesen bizarren Fetisch in seinen Memoiren ausführlich beschrieben. Vor allem im Vergleich zu russischen oder italienischen Schiffen habe Amerika „hässliche” Schiffe in seiner Flotte. Dass Esper erwiderte, US-Kriegsschiffe seien „gebaut, um zu kämpfen und zu gewinnen, nicht um Schönheitswettbewerbe zu gewinnen – wir legen mehr Wert auf Funktion als auf Form –”, habe Trump nicht besänftigen können. Darum griff er persönlich am Ende seiner ersten Amtszeit in das Design der neuen Fregatte ein, die danach wie „eine Yacht mit Raketen darauf“ gewirkt habe.

Kurz nach Antritt seiner zweiten Regierungszeit Ende Januar dieses Jahres nahm Trump den Ball wieder auf. Sein neue Marineminister John Phelan sagte im Senat, dass Trump ihm regelmäßig SMS über das Aussehen von Kriegsschiffen der Marine schicke. Es drehe sich oft um „rostige Schiffe”, die dem Präsidenten nicht behagten.

Trumps neue Kriegsschiffe sollen mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet werden
Die neue Schiffskategorie werde 100 Mal mehr Kraft haben als herkömmliche Kriegsschiffe der aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Iowa-Klasse, sagte Trump. Insider des Verteidigungsministerium erklärten, dass die „USS Trotzig” eine Weiterentwicklung der Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse sein werde, die als das Arbeitspferd der aktuell auf rund 290 Boote taxierten US-Marine gilt.

Trump deutet an, dass die neuen Schiffe mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet werden sollen. Er betonte mehrfach, dass die USA mit ihren Rüstungskonsortien weltweit das beste Militär-Equipment herstellten – aber oft zu langsam. „Sie produzieren sie nicht schnell genug”, sagte Trump im Beisein von Verteidigungsminister Pete Hegseth, Marineminister Phelan und Außenminister Marco Rubio, die das Projekt allesamt über den grünen Klee lobten.
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Ex-Konteradmiral: „Genau das, was wir nicht brauchen”
Unterdessen ging Mark Montgomery, ein früherer Konteradmiral, auf die Gegenfahrbahn. Er kritisierte den Plan als „genau das, was wir nicht brauchen”. Die „USS Defiant“ werde nur begrenzten Nutzen haben, da sie weder mit einem vertikalen Abschusssystem noch mit dem ballistischen Abwehrsystem Aegis ausgestattet sein werde. Die Schiffe der „Trump-Klasse” seien nicht geeignet, um eine Konfrontation mit China zu bestehen. Montgomery, einst Direktor für Operationen beim US-Pazifikkommando, warb stattdessen im „Wall Street Journal” für eine Flotte von minimal bemannten oder unbemannten Schiffen mit großen Waffenmagazinen – aber ohne Atomwaffen.

Experten bestätigen, dass Trumps Eintreten für eine nukleare Bewaffnung der neuen Schiffe riskant ist. Auf großen, langsamen und ungeschützten Plattformen solche Waffen vorzuhalten, so Tom Nichols, ehemals Dozent am Naval War College, sei strategisch sinnlos und schon vor 30 Jahren verworfen worden.
Wie Nichols monieren auch andere Verteidigungsexperten, dass Trump das sündhaft teure Kriegsgerät wie sein persönliches Spielzeug betrachtet und seinen eigenen Namen draufsetzt. Eine Tendenz, die immer mehr Fahrt aufnimmt. Zunächst sorgte er dafür, dass das U.S. Institute of Peace auf den Namen Trump getauft wird. Danach zwängte er sich an die Fassade des John F. Kennedy Center in Washington. Jetzt die Kriegsschiffe. „Als Nächstes ist bestimmt das Denkmal von Abraham Lincoln dran”, spottet ein republikanischer Kongressabgeordneter.








