In der Rückschau auf das Jahr 2025 darf Christian Lindner nicht fehlen. Wir erinnern uns: Das langjährige Gesicht der FDP, das nach dem Crash der Ampel versuchte, seine Partei erneut im Bundestag zu platzieren. Erfolglos, wie sich am 23. Februar 2025 zeigen sollte. Denn die Liberalen wanderten mit 4,3 Prozent in die Außerparlamentarische Opposition – und ihr Vorsitzender in den politischen Ruhestand.

Aus der Öffentlichkeit verschwinden sollte Lindner aber nicht. Was passiert mit einem Menschen, der stets auf Leistung pochte – und nun am Ende seiner politischen Karriere steht? In einem bizarren Höhlengleichnis verkaufte er seinen Social Media Followern zunächst, dass es weitergehen werde. Stück für Stück drang durch, welchen Aufgaben sich Lindner jetzt annehmen möchte. So wird er zum Jahreswechsel stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei einer Firma, die im Volksmund „Autoaldi“ genannt wird.

Schlagzeilen sammelte er also reichlich; und die nicht immer freiwillig: So musste sich der Ex-FDP-Chef kurz nach seinem Politik-Aus bei einem Filmproduzenten dafür entschuldigen, seinen Hund auf einem Restaurantparkplatz überfahren zu haben. Auch privat ist bei Lindner einiges passiert: Nach seiner bildstarken Hochzeit auf Sylt hat seine Ehefrau, die Journalistin Franca Lehfeldt, ein Kind zur Welt gebracht. „Alles wurde in diesem Jahr ab April anders“, so Lindner über sein persönliches Glück, das nur rund ein Monat nach der Bundestagswahl geboren wurde.

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Christian Lindner über sein Kind: Das teile ich „absolut“

In einem Interview mit dem Sender ntv hat der Porsche-Fan nun das Jahr Revue passieren lassen – und seltene Einblicke in sein Privatleben gegeben. Er teile „absolut“, dass er mit der Geburt seiner Tochter nicht mehr nach dem Sinn des Lebens suchen müsse. „Mir fallen andere Dinge auf“, sagte Lindner. Ein Beispiel: „Wie schnell manche mit dem Auto am Spielplatz vorbeifahren.“

Seiner Tochter gehe es ausgezeichnet. „Sie ist zauberhaft. Der schönste Moment ist, sie zum Lachen zu bringen“, schwärmt Lindner. „Da geht mir das Herz auf.“ Die gleiche Energie, die er in die Politik investiert habe, investiere er jetzt in seine Tochter.

Christian Lindner und Ehefrau Franca Lehfeldt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.
Christian Lindner und Ehefrau Franca Lehfeldt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.© dpa | Christoph Soeder

Dennoch spricht Lindner von Herausforderungen. Nicht nur der FDP-Chef tritt zahlreiche Jobs, wie etwa bei der Autoland AG oder Lhoist Rheinkalk, an. Auch seine Ehefrau, die früher bei „RTL“ und „Welt“ gearbeitet hatte, sei als Unternehmerin und Journalistin „stark gefordert.“ Sie hätten sich dazu entschieden, „voll unsere Jobs“ zu machen. „Wir haben beide dieselben Freiheiten und dieselben Aufgaben.“ Das gehe keineswegs leicht von der Hand, so Lindner. Schließlich seien die Bedürfnisse seiner Tochter nicht immer ersichtlich: „Hat sie nun schlechte Laune oder Zahnziehen oder hat sie Bauch-Aua?“ Nie würde er behaupten, dass alles „total easy“ sei.

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Kommt Lindner zurück? „‚Nie‘ sollte man prinzipiell nicht sagen“

Trotz dieser privaten Einblicke wird bei Lindner deutlich, dass ihn die Politik nicht ganz loslässt. Die Geburt seiner Tochter habe ihn sogar politisch „radikalisiert“. Er nennt die Themen Staatsverschuldung und nachhaltiges Haushalten. Dennoch würde er seiner Tochter nicht abraten, in die Politik zu gehen, sie sogar unterstützen. „Man muss nur wissen, was man tut“, so Lindner.

Ob er denn selbst zurückkehren würde? „‚Nie‘ sollte man prinzipiell nicht sagen“, so Deutschlands ehemaliger Finanzhüter. Den Bundestag vermisse er aber nicht. Wenn dann nur ehemalige Kolleginnen und Kollegen, vor allem aus seine Partei. Auch Friedrich Merz, der Gast bei seiner Hochzeit auf Sylt war, schätze er menschlich. „Und ja, gelegentlich gab und gibt es persönlichen Kontakt“, führt Lindner weiter aus.

Abgesehen von seinem außenpolitischen Auftreten verschont er den Kanzler aber nicht vor harscher Kritik. Oft mache er das Gegenteil davon, „wovon er über Jahrzehnte gesagt hat, dass es im überragenden Interesse des Landes wäre.“ Im typischen Lindner Manier spricht er von einer „Wirtschaftswende“ und einem „politischen Neuanfang“, der wegen „Merz-Schulden“ ausbleibe. Er selbst allerdings bleibe der Gesellschaft nur als „einordnende Stimme“ erhalten: Ein politisches Comeback sei nicht in Sicht: „Es ist wirklich zu Ende.“