Die AfD kann in diesen Tagen vor Selbstbewusstsein kaum laufen. In den bundesweiten Umfragen ist sie auf Augenhöhe mit der Union, in zwei Bundesländern, in denen 2026 gewählt wird, derzeit mit Abstand stärkste Kraft. Aber die Partei will mehr – mitreden nicht nur in den Parlamenten, sondern an allen Orten, wo Gesellschaft gestaltet wird. In Vereinen, an Gerichten und, wie der Blick auf die Betriebsratswahlen im Frühjahr zeigt: auch in den Betrieben.
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Gemessen am Programm taugt die Partei zwar nicht als Vertreterin der Arbeiterschaft, das erkennt man etwa am AfD-Steuerkonzept, von dem vor allem Spitzenverdiener profitieren würden. Sowohl die AfD als auch der Verein „Zentrum“, der ihr als selbst ernannte Gewerkschaft nahesteht, wollen außerdem den Austritt Deutschlands aus der EU. Der Schaden, den das für die deutsche Wirtschaft und damit auch die Beschäftigten verursachen würde, ist kaum zu überschätzen.

Die AfD nutzt berechtigte Sorgen vor dem Abstieg
Dass die Partei trotzdem Anklang findet bei vielen Arbeiterinnen und Arbeitern, liegt unter anderem daran, dass sie sich von anderen nicht mehr vertreten fühlen. Die AfD und ihre Verbündeten greifen berechtigte Sorgen vor Arbeitsplatzverlust und sozialem Abstieg auf. Und sie nutzen dabei aus, dass viele Beschäftigte offenbar immer weniger das Gefühl haben, dass die großen Gewerkschaften sie davor schützen können. Der Anteil der Beschäftigten in Gewerkschaften geht zurück und damit auch deren Verhandlungsmacht und Möglichkeiten, tatsächlich etwas für Arbeiterinnen und Arbeiter zu tun.
Wer nicht will, dass die AfD und ihre Leute künftig in den Betrieben den Ton angeben, muss deshalb selbst aktiv werden.



