Der Widerstand gegen die rabiaten Methoden der US-Grenzschutzbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) nimmt weiter zu. Selbst einige republikanische Politiker geißeln die Brutalität, mit der die ICE-Agenten Menschen aus ihren Autos reißen, Türen von Privathäusern aufbrechen und nicht selten wahllos das Feuer eröffnen. Nun hat sich Joe Rogan, einer der prominenten und einflussreichsten Anhänger von US-Präsident Donald Trump, dem Reigen von Kritikern angeschlossen. Anlass dafür ist der Tod der 37-jährigen Renee Nicole Good. Sie wurde vergangene Woche in Minneapolis von Kugeln aus der Waffe eines ICE-Beamten tödlich getroffen.

 „Es ist sehr häßlich, zu sehen, wenn jemand einen US-Staatsbürger, dazu noch eine Frau, ins Gesicht schießt“, sagte Rogan auf seinem populären Podcast „The Joe Rogan Experience“. Und auf ihn hören sehr viele Amerikaner. Mit fast 15 Millionen Hörern ist der Podcast nämlich die populärste Sendung auf der Plattform Spotify. Rogans gleichnamige Produktion hat auf Youtube sogar mehr als 17 Millionen Zuschauer. 

 Darin sagte er, dass Goods Tod eine „schlimme Tragödie war“. Auch meinte der ehemalige Schauspieler, Komiker und MMA-Kämpfer, dass „ich den Typen nicht kenne, der das gemacht hat. Ich weiß nicht, was der sich gedacht hat. Aber es sah furchtbar aus.“ Dann wandte er sich gegen die offizielle Erklärung, mit der Heimatschutzministerin Kristi Noem die Schüsse zu rechtfertigen versuchte. 

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Joe Rogan: gegen Trumps Methoden – „Es kann nicht angehen“

Noem hatte gesagt, dass Good versucht habe, den Ordnungshüter zu überfahren. Deswegen habe sich die Frau „inländischen Terrorismus“ zuschulden kommen lassen. Rogan aber schätzt die Lage genauso ein wie fast alle Amerikaner, die Videoaufzeichnungen des Vorfalls gesehen haben. „Einige Leute sagen, das sei gerechtfertigt gewesen, weil das Auto den Beamten berührt hat? Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass sie den Wagen in die andere Richtung steuern wollte.“

Unterdessen sorgte im Weißen Haus für Aufsehen, dass sich der Superstar sogar gegen die Methoden des Präsidenten und seiner Grenzschutzbehörde wandte. „Es kann nicht angehen, dass militarisierte Leute auf den Straßen herumstreunen und sich einfach US-Staatsbürger schnappen, weil sie keine Papiere bei sich haben“, regte sich Rogan auf. Um ähnlichen Fehlern künftig vorzubeugen hat Trumps „Grenz-Zar“ Tom Homan jedem Amerikaner empfohlen, immer einen Reisepass, eine Geburtsurkunde oder ein Einbürgerungs-Zertifikat bei sich zu haben.  

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Dabei sind schon mehrere Personen mit Migrationshintergrund selbst nach Vorlage ihres US-Passes verhaftet worden. Deswegen legte Rogan auch nach. „Werden wir wirklich die Gestapo sein? So nach dem Motto ‚zeigt mir Eure Papiere, sonst...‘ Ist das alles so weit ausgeartet?“. Seine Aussagen haben Trump und andere Regierungsmitglieder deswegen verblüfft, weil Rogan dem Präsidenten seit seinem zweiten Wahlsieg das Vertrauen ausgesprochen und ihn konsequent unterstützt hatte. Unschlüssig war der Podcaster hingegen kurz vor der Wahl im November 2024. Dann hatte er aber sowohl Trump als auch den Unternehmer Elon Musk auf seiner Sendung zu Gast. „Musk hat mir überzeugende Argumente gegeben, um für Trump zu wählen“.