Nach gleich mehreren Kundgebungen und Demonstrationszügen linker Gruppen am Samstag in Leipzig zieht die Polizei eine positive Bilanz: „Wir haben einen weitestgehend störungsfreien Verlauf gehabt“, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Das sei „positiv, für uns als Polizei, aber auch für die Stadt“ und die Teilnehmer. Zugleich habe die Polizei „immer wieder handeln müssen“, weil es immer wieder Verstöße gegeben habe – unter anderem gegen das Vermummungsverbot. Zudem soll es einen Angriff auf ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gegeben haben.

Leipzig: Proisraelische und propalästinensische Gruppen demonstrieren

In Leipziger Stadtteil Connewitz waren am Samstag sowohl israel- als auch palästinasolidarische linke Gruppierungen aufeinandergetroffen. Insgesamt sollen acht unterschiedliche Kundgebungen organisiert worden sein. Am Nachmittag sprach die Leipziger Polizei von insgesamt rund 3.500 Personen auf den Straßen. Unter den Mottos „Kein Frieden mit AntisemitInnen und „All Connewitzer are beautiful“ fanden sich rund 2.000 Menschen gegen Antisemitismus und Faschismus zusammen.

Die Kundgebung mit propalästinensischem Fokus der Gruppe Handala fand unter dem Titel „Antifa bedeutet: Free Palestina“ mit rund 1.500 Teilnehmenden statt, wie ein Polizeisprecher am Nachmittag sagte. Handala ist eine antiisraelische Gruppierung, die unter ihrem Motto zur Versammlung am Connewitzer Kreuz aufgerufen hatte.

Leipzig: Demonstrant trifft Kameramann mit Ellbogen

Auf im Internet verbreiteten Videos war zu sehen, wie Polizeibeamte aufgrund von Verstößen gegen das Vermummungsverbot Zwang einsetzten. Der Polizeisprecher bestätigte diese Verstöße. Neben zahlreichen Einsatzkräften kreiste auch ein Helikopter über den Stadtteil Connewitz. Zudem wurden zu einer Kundgebung der rechtsextremen Partei „Freie Sachsen“ 30 Personen erwartet.

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (DJU) berichtete zudem von einem körperlichen Angriff und Bedrängung eines Kamerateams des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Der Polizeisprecher bestätigte den Fall dem Evangelischen Pressedienst (epd), ein möglicher Tatverdächtiger konnte identifiziert werden. Es sei zu einem Schlag oder Stoß mit dem Ellbogen gekommen. „Ob das mit Intention war, müssen wir prüfen.“

epd/jle