Große Worte in einem kleinen Rahmen: Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Deutschland in einem „tiefen Umbruch“, warnt aber vor Pessimismus. In einer Hauruck-Rede betonte er, das Land stehe vor großen Herausforderungen – etwa am Arbeitsmarkt, in den sozialen Sicherungssystemen oder auch in der Außen- und Sicherheitspolitik. „Natürlich sind wir konfrontiert mit einer fundamentalen Veränderung der globalen Ordnung“, sagte der CDU-Vorsitzende in Dortmund bei der Verleihung des „Großen Stutenkerls“, einer Auszeichnung des Bäckerhandwerks. 

„Aber (...) wer sagt denn, dass wir das nicht erneut schaffen? Unsere Eltern haben sich auch nicht beklagt, als sie vor dem Neuaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg standen.“ Damals habe man die Ärmel hochgekrempelt, auch im stark zerstörten Ruhrgebiet. „Sind die damals verzweifelt? Haben die damals resigniert? Haben die über Work-Life-Balance gesprochen und über Vier-Tage-Woche?“

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Im Ruhrgebiet wurde schon immer angepackt

Im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen habe man angepackt. „Die Geschichte dieser Region, in der wir hier sind, die wäre ohne Einwanderung nicht so geschrieben worden. Und zwar nicht erst seit dem Zweiten Weltkrieg, sondern schon seit über hundert Jahren.“ Es gebe Grund zur Zuversicht, meinte Merz. „Für Pessimismus haben wir keine Zeit mehr.“

Deutschland lebe nicht nur von großer Industrie, „sondern mindestens genauso von Mittelstand, Handwerk, von eigentümergeführten Betrieben“, sagte er bei der Veranstaltung des Bäckerinnungsverbands West. „Es ist ein Stück deutsche Kultur, die Sie verkörpern.“

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Merz erhielt den 1,2 Meter hohen und zehn Kilogramm schweren „Großen Stutenkerl“. Der Verband verleiht das XL-Backwerk seit 1988 an Personen aus Politik und Wirtschaft, die sich besonders um das Bäckerhandwerk oder allgemein das Handwerk verdient gemacht haben.

Als Laudator betonte Borussias Vereinspräsident Hans-Joachim Watzke, Merz habe eine enge Beziehung und große Wertschätzung für das Handwerk. Er möge Merz und kenne ihn schon seit 50 Jahren aus Zeiten der Jungen Union. Merz mache „den schwierigsten Job, den die Bundesrepublik zu vergeben“ habe, es brauche dafür auch ein „kleines Stück Masochismus“. Der BVB-Präsident rief die Menschen zu mehr Verständnis angesichts der schwierigen Arbeit in der Koalition auf – man solle nicht „immer nur meckern“. (dpa)