Seit Tagen schaut die Welt gen Norden und fragt sich, was Donald Trump mit Grönland wohl vorhat. Zwar vollzog der US-Präsident in Davos eine überraschende diplomatische Wende, doch Unberechenbarkeit ist und bleibt ein zentrales Element seines Politikstils. Das wissen auch die Grönländer und veröffentlichten trotz Trumps Abkehr von seinen Annexionsplänen noch am selben Abend eine Broschüre „für den Ernstfall“. In dem Handbuch wird den Einwohnern der Arktis-Insel geraten, Vorbereitungen zu treffen, um sich im Notfall fünf Tage selbstständig versorgen zu können. Doch es zeigt sich: Viele Grönländer haben schon selbst vorgesorgt.

So erlebe in etwa ein kleiner Laden mit Dingen für den täglichen Gebrauch am alten Hafen in Nuuk seit Tagen einen wahren Kundenansturm, berichtet die grönländische Zeitung „Sermitsiaq“. Die Einwohner decken sich nach Angaben des Filialleiters Anthon Mølgaard mit Wasserkanistern, Gaskochern und anderen Gegenständen ein, um im Ernstfall über die Runden zu kommen. „Wenn unsere Landsleute hereinkommen, kann man ihnen ansehen, dass sie etwas fürchten“, sagte Mølgaard gegenüber der Zeitung.

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Trotz Trumps Kehrtwende: Grönland veröffentlicht Handbuch „für den Ernstfall“

Auch Grönlands Regierung scheint sich nicht auf Trumps Worte verlassen zu wollen. In dem Handbuch wird detailliert dargestellt, was die rund 56.000 Einwohner tun sollten, um sich im Ernstfall fünf Tage selbstständig versorgen zu können. So sollte jeder Grönländer mindestens drei Liter Wasser pro Tag und Person vorrätig haben. Der für Grönland typische getrocknete Fisch, auch als „Stinkefisch“ bezeichnet, wird ebenso wie getrocknete Robbenhaut als Vorrat empfohlen und sogar bildlich dargestellt.

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Außerdem sind die Grönländer dazu aufgerufen, ihre Jagd- und Angelausrüstung vorzubereiten, um sich im Notfall auch für länger als fünf Tage selbst zu versorgen und Robben und Schneehühner zu jagen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sollen sich die Einwohner der größten Insel der Welt obendrein Notstromgeneratoren besorgen sowie große Kleiderpakete schnüren, warme Decken lagern und Gasbrenner sowie Kerzen als Wärmequellen parat halten.

Auch medizinisch will die Regierung um Premierminister Jens-Frederik Nielsen ihre Einwohner gut vorbereitet wissen und empfiehlt neben dem Erste-Hilfe-Kasten auch, alle Standard-Medikamente in ausreichender Form zu Hause zu haben, ebenso wie Toilettenpapier, Seifenspender und Damenhygiene-Produkte. Und: Jeder Grönländer soll rund 1000 Kronen (134 Euro) in bar zu Hause aufbewahren. Abgerundet wird das Handbuch mit einer Checkliste für jeden Einwohner sowie Notrufnummern.

rk