- Lynx-Schützenpanzer sollen die moderne Kriegsführung revolutionieren
- Die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Leonardo treiben die deutsch-italienische Kooperation weiter voran
- Nun wurden die ersten Panzer übergeben – im Rahmen eines milliardenschweren Projekts
Die deutsch-italienische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich erreicht ein Etappenziel: In dieser Woche wurden die ersten vier Lynx-Schützenpanzer des milliardenschweren Rüstungsprojekts zwischen Rheinmetall und Leonardo offiziell an die italienischen Streitkräfte übergeben.
Die Übergabe fand bei einer Zeremonie im multifunktionalen Experimentierzentrum der Armee in Montelibretti (Provinz Rieti) statt und markiert den Start eines Modernisierungsprogramms der italienischen Panzerflotte. Verteidigungsminister Guido Crosetto und General Carmine Masiello, Stabschef der italienischen Armee, nahmen an der Zeremonie teil.
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Lynx von Rheinmetall: „Dieses Fahrzeug wird die Art und Weise, wie die Armee kämpft, radikal verändern“
General Masiello betonte die Bedeutung der neuen Fahrzeuge. Dieses Fahrzeug werde die „Art und Weise, wie die Armee kämpft, radikal verändern“ und die Streitkräfte auf bevorstehende Herausforderungen vorbereiten, wird er von Rheinmetall zitiert.
Die ersten vier Panzer, die in der Rheinmetall-Fabrik in Unterlüß hergestellt wurden, sind mit einem Rheinmetall-Gefechtsturm ausgestattet. Zukünftige Modelle werden eine italienische Turmtechnologie von Leonardo erhalten.

Langfristiges Ziel: 1050 Kampf- und Schützenpanzer für Italien
Die Lieferung der vier Schützenpanzer ist die erste eines Auftrags, der 21 Fahrzeuge umfasst und im November 2025 vereinbart wurde. Rheinmetall und Leonardo könnten die Produktion des aktuellen Auftrags zudem auf bis zu 50 Einheiten ausweiten. Insgesamt wollen die italienischen Streitkräfte 1050 Kampf- und Schützenpanzer der Typen Panther und Lynx im Wert von geschätzten 23 Milliarden Euro bestellen.

Während Rheinmetall für die Grundtechnologie und Motoren verantwortlich ist, übernimmt Leonardo die Integration von Elektronik und Waffensystemen. Die Besetzung der Führungspositionen des Joint Ventures (Unternehmenskooperation zwischen Partnerunternehmen) soll regelmäßig zwischen den Partnern wechseln; ist dadurch gleichgestellt.
Rheinmetall wird ab Anfang 2026 auch fünf Lynx-Schützenpanzer an die Ukraine liefern. Der Auftragswert beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag und soll durch deutsche Mittel finanziert werden. Ferner plant Rheinmetall den Aufbau einer Produktionsstätte in der Ukraine.
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Rheinmetall: Das sind die Merkmale des Lynx-Schützenpanzers
Der Lynx ist primär als Schützenpanzer ausgelegt. Kern des Fahrzeug-Konzepts ist die Modularität: Missionsmodule erlauben Umbauten vom klassischen IFV (Infantry Fighting Vehicle) über Führungs- und Aufklärungsfahrzeuge bis hin zu Pionier- oder Sanitätsvarianten. Der Schutz ist skalierbar – von modularer Zusatzpanzerung über verstärkten Minen-Schutz bis hin zu optionalen aktiven Schutzsystemen.

Typischerweise besteht eine Besatzung aus drei Soldaten (Fahrer, Richtschütze, Kommandant) und sechs bis acht mitgeführte Infanteristen. Als Hauptbewaffnung kommen meist 30‑ oder 35‑mm-Maschinenkanonen im Lance‑2.0‑Turm zum Einsatz, ergänzt um ein MG und Nebelwurfanlagen. Optional lassen sich Panzerabwehrlenkflugkörper integrieren.
Der Antrieb erfolgt über einen leistungsstarken Dieselmotor, auf der Straße werden Geschwindigkeiten um 65–70 km/h erreicht, das Laufwerk ist auf Geländegängigkeit und Wachstumsreserven ausgelegt. Das Gefechtsgewicht variiert stark nach Schutz- und Missionspaket: Der KF31 liegt grob in der 30‑t‑Klasse, der KF41 in der 40–50‑t‑Klasse und darüber.
Im Gefecht zielt der Lynx darauf, Infanterie unter Panzerschutz an den Einsatzschwerpunkt zu bringen, sie mit präzisem Direktfeuer zu unterstützen und sie in vernetzte Führungs- und Aufklärungssysteme einzubinden. 360‑Grad‑Kameras, Wärmebildsensoren und digitale Feuerleit-Schnittstellen ermöglichen ein aktuelles Lagebild und zügige Zielzuweisung innerhalb eines verbundenen Verbundes mit Drohnen und anderen Plattformen.
Gleichzeitig bringt die Plattform typische Nachteile eines schweren IFV mit sich: hohes Gewicht mit Auswirkungen auf Brückenlastklassen und Bodendruck, eine ausgeprägte logistische Signatur (Treibstoff, Ersatzteile, Spezialwerkzeuge) und nur eingeschränkt sinnvolle Lufttransportfähigkeit.






