Nach der Münchner Sicherheitskonferenz besucht US-Außenminister Rubio zwei „Schwererziehbare“ in der EU: Slowakei-Premier Robert Fico und Ungarns Trump-Freund Viktor Orbán. Beide sind für Brüssel personifizierte Hindernisse. Weil sie europäischen Gleichschritt torpedieren, mal mit Wladimir Putin, mal mit Donald Trump paktieren – und mal mit beiden.
Was steht auf Rubios Aufgabenzettel, den Präsident Trump ihm mitgegeben hat? Washington will, dass beide europäischen Kleinstländer sich aus der russischen Gasabhängigkeit verabschieden. Warum ist das so zentral? Weil die EU den Ausstieg inzwischen rechtlich festgezurrt hat: finaler Beschluss auf einen vollständigen Stopp russischer Gasimporte bis spätestens 2027.
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Das wurde trotz Widerstands aus Ungarn und der Slowakei per Mehrheitsmechanik beschlossen. Orbán und Fico setzten trotzdem weiter gegenläufige Signale. Orbán sagt, ein EU-Verbot für Gasimporte aus Moskau müsse „auf jeden Fall” verhindert werden. Fico nennt den europäischen Kurs „Energie-Selbstmord” und hat eine Klage gegen die EU angekündigt.
Slowakei kriegt AKW made in the USA
Das ist kein taktisches Rauschen, sondern eine offene Frontstellung gegen Brüssel. Rubios Problem in einem Satz: Er trifft zwei Regierungschefs, die innenpolitisch massiv vom Show-Widerstand gegen Brüssel leben und strukturell weiter an russischen Lieferungen hängen. Was kann Rubio realistisch anbieten?
Wahrscheinlich die klassische Kombination aus Druck und Alternativen: sicherheitspolitische Nähe zu Washington erhalten, dafür die Diversifizierung bei der Energiebeschaffung beschleunigen. Dass die USA solche Alternativen pushen, zeigt das neue US-slowakische Nuklearabkommen. Robert Fico hat neulich in Mar-a-Lago mit Trump ein milliardenschweres ziviles Nuklearprojekt festgezurrt: einen 1200-MW-Reaktor in Jaslovské Bohunice, gebaut mit US-Technologie von Westinghouse. Das soll explizit zur Verringerung der Abhängigkeit von russischer Energie beitragen.
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In Budapest wird es noch politischer. Viktor Orbán geht in die kommende Wahl mit so viel Gegenwind wie nie. Vor dem Votum am 12. April lag Fidesz, seine Partei, in Umfragen zehn Prozentpunkte hinter der Tisza-Partei von Péter Magyar. Genau deshalb ist Rubios Besuch vor allem Wahlkampf-Hilfe. Trump hat Orbán bereits öffentlich geadelt: „Es gibt niemanden, der besser, klüger oder härter ist als Viktor Orbán.“ Orbán selbst verkauft die Wahl als Entscheidung zwischen „Frieden“ und „für die Ukraine sterben“.
Orbán wie Fico setzten stark auf Souveränitätsrhetorik und Anti-EU-Mobilisierung. In so einer Lage wirkt jedes Nachgeben bei russischem Gas wie ein Gesichtsverlust. Rubios Ziel ist klar, aber der Hebel ist begrenzt. Entscheidend wird sein, ob Washington glaubwürdige, bezahlbare Ersatzpfade liefert – schnell genug, um Orbán und Fico innenpolitisch unter die Arme zu greifen. Beide wollen amerikanische Nähe als Brücke nach Westen und als Versicherungsschein gegen Brüssel. Gleichzeitig wollen sie es sich mit Moskau nicht verscherzen.







