Ein Krieg im Nahen Osten rückt näher. Vertreter der USA und des Iran verhandelten zwar am Dienstag, aber in größtem Misstrauen und mit militärischen Drohgebärden. In Washington macht sich der Eindruck breit, dass die Gespräche scheitern: Eine Verständigung auf die Begrenzung des iranischen Atomprogramms ist nicht ausgeschlossen, eine Reduzierung seines Raketenarsenals lehnt Teheran aber ab.

Der Oberste Führer Chamenei glaubt, er könne Donald Trump ausrechnen: Der US-Präsident droht zwar mit dem Einsatz seiner „schönen Armada“, verbreitet die Hoffnung auf einen Regimewechsel. Aber bislang zögerte der US-Präsident mit einem Angriff. Zu Recht: So sehr man den Iranern wünscht, dass das Mullah-Regime endet – dass es nach einem Militärschlag zusammenbricht und der Weg frei ist für einen demokratischen Wandel, ist nicht gesagt. Das Risiko eines Bürgerkriegs oder gar einer Militärdiktatur der Revolutionsgarde ist groß.

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Christian Kerl, Korrespondent© ZRB | ZRB

Ein Enthauptungsschlag, den sich Strategen in Washington vorstellen, könnte im Chaos enden. Einen größeren Militäreinsatz am Boden aber dürfte Trump weiter scheuen – die Erfahrungen etwa im Irak oder in Afghanistan sind Warnung genug. Der US-Präsident wäre gut beraten, die strategischen Konsequenzen zu ziehen und sein Verhandlungsziel streng auf das Ende des iranischen Atomprogramms zu konzentrieren. Das Mullah-Regime darf niemals Zugriff auf die Atombombe bekommen.

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Noch ist es möglich, sich darauf zu verständigen. Aber die Verhandlungen zu überfrachten und sich mit vagen Aussichten auf einen Regimewechsel in ein militärisches Abenteuer zu begeben, könnte einen regionalen Flächenbrand auslösen, bei dem niemand gewinnen kann.