Es gab auch am Samstag keine Hinweise darauf, dass die Panne bei der digitalen Vorstandswahl der CDU am Freitag auf ihrem Parteitag auf einen Hackerangriff zurückzuführen ist. Sondern auf Probleme, sich bei der Stuttgarter Messe ins örtliche WLAN einzuwählen. Von „technischen Unregelmäßigkeiten“ im Abstimmungssystem ist offiziell die Rede. Schon die langwierigen Ausführungen des CDU-Präsidiums, wie die Delegierten sich mit dem eigenen, privaten (!) Tablet durch die Abstimmung navigieren sollten, ließen Schlimmes ahnen. Es ging dann auch schief.

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CDU stimmt in Stuttgart per Zettel und Urne ab – wie vor 100 Jahren ab

Statt digital mussten die Christdemokraten wie vor 100 Jahren auf Zetteln abstimmen und ihr Votum in herumgereichte Urnen werfen. Ist es nicht möglich, für einen begrenzten Personenkreis von 1001 Delegierten eine elektronische Wahl zu organisieren? Gibt es keine Wahlautomaten? Diese verpatzte Stuttgarter Aufführung vor den Augen der Weltöffentlichkeit war peinlich für die Regierungspartei, deren Vorsitzender Friedrich Merz einmal davon gesprochen hat, Deutschland habe das Zeug dazu, weltweit wieder „Innovationsführer“ zu werden.

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Christoph Link / Redakteur
Christoph Link , Politikkorrespondent der Funke Mediengruppe© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Blamage für den Hightech-Standort Stuttgart

Und der in Stuttgart auch davon sprach, das Land müsse wieder „zur Höchstform“ auflaufen. Auch der örtliche Gastgeber des Parteitages, Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, dürfte peinlich berührt sein. Er ist es, der ständig den Erfindergeist des Ländles lobt und den Hightech-Standort des Südwestens hervorhebt, den er noch ausbauen will. Verzögerungen im Digitalen braucht die CDU den Menschen im Land nicht vorzuwerfen. Wenn sie es selbst nicht gebacken kriegt.