Nach seiner Rede zur Lage der Nation steht US-Präsident Donald Trump unter wachsendem Druck. Eine aktuelle Umfrage des Senders CNN zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner zweifelt an seiner aktuellen Politik.

Nur 32 Prozent der Befragten sind laut CNN überzeugt, Trump habe die richtigen Schwerpunkte gesetzt. 68 Prozent sagen, er widme sich nicht ausreichend den dringendsten Problemen des Landes – der bislang schlechteste Wert in dieser Frage während seiner beiden Amtszeiten. Die allgemeine Zustimmungsrate für seine Amtsführung liegt bei 36 Prozent, 63 Prozent lehnen sie ab.

Im Vergleich zum Vorjahr hat der Präsident deutlich an Rückhalt verloren. Als Trump nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus erstmals wieder vor dem Kongress sprach, lag seine Zustimmung in einer CNN-Erhebung noch bei 48 Prozent. Besonders stark sind in der aktuellen Umfrage die Einbußen unter Latino-Amerikanern, bei den unter 45-Jährigen und bei parteiunabhängigen Wählern. Unter Letzteren fiel die Zustimmung binnen eines Jahres auf 26 Prozent – ein Tiefstand.

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Selbst in der eigenen Partei zeigt sich ein gewisser Stimmungswandel: Die Zustimmung für Trump unter Republikanern liegt nur noch bei 49 Prozent – nach 64 Prozent im vergangenen Jahr. Fast jeder dritte Republikaner meint inzwischen, Trump kümmere sich nicht ausreichend um die wichtigsten Probleme des Landes.

Inhaltlich ist die Erwartung klar umrissen: 57 Prozent der Befragten wünschen sich, dass der Präsident vor allem die wirtschaftliche Lage und die hohen Lebenshaltungskosten in den Mittelpunkt stellt. Dieses Thema dominiert parteiübergreifend – auch unter Demokraten und Unabhängigen.

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Historisch schwache Zustimmung für Donald Trumps Politik

Der CNN-Analyst Harry Enten ordnet die Zahlen als außergewöhnlich schwach ein. Mit einer Netto-Zustimmung von minus 27 Prozentpunkten – also der Differenz zwischen Zustimmung und Ablehnung – lag Trump kurz vor der Rede zur Lage der Nation schlechter als jeder andere Präsident im 21. Jahrhundert zu diesem Zeitpunkt.

Zum Vergleich:

  • Barack Obama kam in seiner zweiten Amtszeit vor der Rede auf minus 15 Punkte.
  • George W. Bush lag bei minus 11 Punkten.


Eine Auswertung des US-Portals RealClearPolitics relativiert das Bild teilweise: Demnach erreichte Bush in seiner zweiten Amtszeit im Durchschnitt zeitweise noch schwächere Werte als Trump. Auch Obama lag mit durchschnittlich rund zwei Prozentpunkten mehr Zustimmung nur knapp über dem aktuellen Trump-Niveau.

ascha/CNN