Ob Eltern sich erneut auf Streiks der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Kitas und der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen einstellen müssen, entscheidet sich möglicherweise heute.
In Düsseldorf beginnt die vierte Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Awo-Arbeitgebern. Am Montag kam es noch nicht zur Einigung. Wie die Arbeitgeber mitteilten, wurden die Verhandlungen unterbrochen.
Gute Nachrichten für Eltern: Verdi plant keine neuen Streiks in Kitas
Viele Eltern können erst mal aufatmen: Laut Gewerkschaft Verdi sind an den beiden kommenden Verhandlungstagen keine erneuten Streiks geplant. In den vergangenen Wochen hatten Verdi-Mitglieder mehrmals ihre Arbeit niedergelegt.
Verdi fordert vor allem mehr Geld für die Beschäftigten: einen festen Betrag, der besonders Menschen mit niedrigem Einkommen entlastet. Das hatte Susanne Hille, Verhandlungsführerin von Verdi NRW, zuletzt verdeutlicht. Sie begründete die Forderungen unter anderem mit steigenden Lebenshaltungskosten.
Tarifstreit bei der Awo: Das fordern die Beschäftigten
Von Arbeitgeberseite liegt bereits ein Angebot vor: In der dritten Tarifrunde habe die Awo 5,2 Prozent Lohnsteigerung in drei Schritten bei 27 Monaten Laufzeit angeboten. Dazu komme eine Einmalzahlung von 150 Euro, erklärt Uwe Hildebrant, Geschäftsführer der Awo in NRW.
Verdi fordert hingegen für alle Beschäftigten ein Plus von 500 Euro brutto mehr im Monat sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage für Verdi-Mitglieder. Hildebrand betont, man lehne zusätzlichen Urlaub nur für Verdi-Mitglieder ab.
So viele Awo-Einrichtungen gibt es in NRW
Die Awo ist laut Verdi mit rund 35.000 Beschäftigten einer der größten Träger sozialer Einrichtungen in NRW. Von der Tarifrunde betroffen sind unter anderem Beschäftigte in Kitas, in der Offenen Ganztagsbetreuung sowie in der Pflege und Seniorenarbeit.
In NRW befinden sich nach Angaben des Unternehmens unter anderem 840 Kitas und 519 Offene Ganztagsschulen. (red/dpa)


