Wie sehr die AfD orientierungslos durch den politischen Kosmos schwirrt, zeigt sich ganz oben: am Kopf. Bei der Führung. Parteichefin Alice Weidel sucht die Nähe zum Trump-Lager. Co-Chef Tino Chrupalla bedient die Ostflanke, fordert Nähe zu Russland. Und die Amerika-Fraktion der AfD ist gerade darin zerrissen, wie sehr sie den Kurs des US-Präsidenten im Iran-Krieg noch mittragen kann. Eine Außenpolitik aus einem Guss und mit klarer Haltung ist nicht zu erkennen. Anbiedern an einen Autokraten in Moskau – das ist keine Agenda.
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Vetternwirtschaft? Die Anti-Establishment-Agenda der AfD hat Risse bekommen
Das setzt sich in der Innenpolitik fort. Die Einführung der Wehrpflicht hat für die Bundestagsfraktion Priorität. Doch Politiker der ostdeutschen Landesverbände schießen dagegen. Die AfD gibt sich als Partei der Freiheit, vor allem für die Wirtschaft. Zugleich will die AfD die milliardenfach subventionierte Atomkraft wieder reanimieren. Bei der Klausurtagung am Wochenende kündigte die Bundestagsfraktion zugleich Steuergeschenke für Familien an. Wo das Geld herkommen soll? Bleibt vage.
Hintergründe zur AfD – für Sie recherchiert
Die AfD will Arbeiterpartei sein – und neoliberal zugleich. Was aber ist eigentlich ihre DNA? Vor allem das Ressentiment. Gegen Fremde, gegen „die da oben“, gegen „die Medien“. Egal ob Migration, Bildung, Soziales – Hauptsache: radikal. Das wird auch im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt deutlich, das die Landes-AfD am Sonnabend verabschiedet hat.

Doch die Anti-Establishment-Agenda der AfD hat Risse bekommen. Mehrere Fälle von mutmaßlicher Vetternwirtschaft wurden bekannt. Die AfD teilt immer wieder gegen die vermeintlichen „Eliten“ aus. Und hält den eigenen Stall nicht sauber.






