Mit seinem bisher besten Ergebnis wurde Henning Höne (39) am Samstag als Vorsitzender der FDP in NRW im Amt bestätigt. In Duisburg stimmten 326 Delegierte für den Coesfelder. Das entspricht rund 84,5 Prozent der Stimmen.

Gegen die Existenzangst

Höne steht vor der schweren Aufgabe, die Landespartei mitten in einer existenzbedrohenden Krise der deutschen Liberalen fit zu machen für die Landtagswahl 2027. Das gute, aber nicht überragende Ergebnis gibt ihm zudem Rückenwind für seine Ambitionen, im Mai Bundesvorsitzender der Liberalen zu werden. Der neue und alte Vorsitzende versuchte sich als Mutmacher in düsterer Zeit: „Diese Partei lebt, und um die Zukunft müssen wir uns keine Gedanken machen.“

Ich will zusammenführen“

79. Ordentlicher Landesparteitag der FDP NRW
Henning Höne, FDP-Landeschef

Der Traum vom Comeback einer Partei, die nach verheerenden Niederlagen bei der Bundestagwahl sowie bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz in einer existenziellen Krise steckt, sollte dieses liberale Treffen in Duisburg prägen. „Die FDP in NRW ist das Fundament, auf dem wir das Comeback der Gesamtpartei aufbauen können“, sagte Höne. Die FDP kämpfe für die Freiheit und gegen die vielen Gegner der Freiheit „da draußen“. Das funktioniere aber nur, wenn bei den Liberalen selbst nicht alle gegen alle konkurrierten und wenn sich die FDP nicht in Links und Rechts spalten lasse. „Ich will zusammenführen“, betonte Höne.

Landesparteitag FDP NRW mit Wahlen zum Landesvorstand
Partei-Promi im Rücken: Die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann unterstützt Henning Höne.© Christoph Reichwein/dpa | Christoph Reichwein

Zwischen Graf Lambsdorff und Burkhard Hirsch

Der Coesfelder positioniert sich in der Mitte zwischen der Wirtschaftspolitik eines Otto Graf Lambsdorff und der Bürgerrechts-Haltung eines Burkhard Hirsch. Seine Hauptbotschaft: Als einzige Partei in Deutschland unternehme die FDP etwas gegen den „fetten Staat“. Im Bund verdiene sich dieser Staat gerade an der Energiekrise „dumm und dämlich“, in NRW verschwende Schwarz-Grün Millionen für den Transport von Kita-Kindern zu „ABC-Sprachförderklassen“, anstatt das Geld unmittelbar in die Bildung zu stecken. Zum Thema Migration sagte Höne unter anderem, Zugewanderte müssten die Werte des Grundgesetzes achten: Wer unsere liberale Demokratie ablehnt, muss sein Glück woanders suchen.“

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Als mitten in Hönes Rede eine Minute lang das Hallenlicht ausfällt und für einen Moment der Albtraum eines verpatzten Auftritts aufblitzt, rettet sich der FDP-Landeschef mit spontanem Witz: „Das kommt davon, wenn man Grünen die Energiepolitik überlässt.“

Wettbewerb mit Wolfgang Kubicki

Im „Fernduell“ mit FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki um den Bundesvorsitz der Partei betonte der 39-jährige Höne die Gemeinsamkeiten. Es gebe zwar Unterschiede im Stil, Ton und Sachfragen, aber es eine sie mehr als sie trenne. Der Wettbewerb zwischen Höne und Kubicki tue der Partei gut. „Das macht uns spannend“, meint Höne.

Kubicki setzte ausgerechnet an diesem Wochenende in der „Welt am Sonntag“ ein Ausrufezeichen, das bis Duisburg reichte: Im Fall seiner Wahl zum Parteichef sei es sein Ziel, die Liberalen im Bund wieder über einen Stimmenanteil von zehn Prozent zu heben.