Der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi ist bei seinem Berlin-Besuch mit einer Tomate beworfen worden. Danach wurde ein Mann festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Der Zwischenfall ereignete sich, nachdem der Sohn des 1979 gestürzten Schahs in der Bundespressekonferenz zu Gast war. Weitere Details nannte die Polizei nicht. Die soßenartige Flüssigkeit war auf der Schulter und am Hals Pahlavis zu sehen.
Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebt, war am Vormittag in der Bundespressekonferenz zu Gast. Dort appellierte er an die europäischen Regierungen, nicht mit der Führung in Teheran zu verhandeln, in der Geistliche das letzte Wort haben. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den repressiven Staatsapparat an der Macht halte.
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Pahlavi wurde von Armin Laschet empfangen
Treffen mit deutschen Regierungsmitgliedern sind nicht geplant. Pahlavi wird aber von Unions-Außenpolitiker Armin Laschet und Außenpolitikern anderer Bundestagsfraktionen empfangen. Monarchistische Gruppen sehen ihn als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt er im Land tatsächlich hat, ist unklar. Mit Beginn der Massenproteste im Iran im Januar hatte er einen Machtwechsel gefordert und rief Polizei und Armee im Iran zum Überlaufen auf.

Für seine Unterstützung des Kriegs der USA und Israels, der auch die Zivilbevölkerung traf, geriet Pahlavi in Teilen der iranischen Gesellschaft in die Kritik. Auch regierte sein Vater das Land mit harter Hand: Die Opposition wurde unterdrückt, Kritiker landeten im Gefängnis und ein berüchtigter Geheimdienst ging brutal gegen Gegner vor. Gleichzeitig haben andere Iraner auch positive Erinnerungen, denn der Schah entwickelte das Land mit großen Reformprojekten und einer engen Anbindung an den Westen.
fmg/dpa



