Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hat das neue „Gedenkmuseum für militärische Auslandseinsätze“ in Pjöngjang eröffnet, das angeblich erbeutete Technik aus dem Ukraine-Krieg präsentiert. Darunter soll auch ein in Deutschland hergestellter Leopard-2-A4-Panzer sein.

Deutsche Panzer sollen in nordkoreanische Hände gefallen sein

Nordkoreas Machthaber Kim ließ sich bei einem Rundgang am vergangenen Sonntag über das Ausstellungsgelände von Russlands Verteidigungsminister Andrei Beloussow und dem russischen Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin aus Moskau begleiten. Dabei liefen sie auch an einem Panzer des Typs Leopard-2-A4 vorbei, der in Deutschland hergestellt wird.

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Deutschland hatte das Fahrzeug zunächst an Polen geliefert, die es dann an die ukrainische Armee weitergab. Der Panzer soll dann bei einer ukrainischen Offensive genutzt worden sein. Ob der der Leopard zunächst in russische Hände fiel und anschließend an Nordkorea übergeben oder direkt von Nordkorea erbeutet wurde, ist nicht bekannt.

Russlands Verteidigungsminister Beloussow besucht Nordkorea
Wann, wie oder wo der deutsche Leopardpanzer erbeutet worden sein soll, ist unklar. Nun steht einer in einem Museum in Nordkorea.© action press | Vadim Savitsky

Vor dem Leopard steht ein Schild, das behauptet, der Panzer sei am 11. Februar 2025 im Bezirk Sudscha in der Region Kursk von nordkoreanischen Soldaten zerstört worden. Die Datierung auf dem Schild soll jedoch nachweislich falsch sein, da der Panzer bereits Ende Januar 2025 zerstört in einer noch nicht identifizierten Halle stehen soll, wie etwa die „Bild“-Zeitung berichtet. Wann und wo das Fahrzeug tatsächlich erbeutet wurde, ist unklar.

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Nordkorea will Russland weiter gegen die Ukraine unterstützen

Kim Jong-un unterstrich bei dem Rundgang Pjöngjangs Unterstützung für den „heiligen“ Krieg Russlands gegen die Ukraine. Nordkorea „wird wie immer die Politik der Russischen Föderation zur Verteidigung der nationalen Souveränität, der territorialen Integrität und der Sicherheitsinteressen voll und ganz unterstützen“, sagt Kim dem russischen Verteidigungsminister, wie die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur (KCNA) berichtet.

Gedenkstätte im Ukraine-Krieg gefallene Soldaten in Nordkorea
Kim Jong-un (Mitte rechts), Machthaber in Nordkorea, der russische Duma-Vorsitzende Wjatscheslaw Wolodin (Mitte) und der russische Verteidigungsminister Andrei Beloussow (Mitte links) während der Einweihungszeremonie des Museums für militärische Auslandsoperationen und Kampferfolge in Pjöngjang.© Uncredited/KCNA/KNS/dpa | Uncredited

Kim äußerte KCNA zufolge außerdem „die Überzeugung, dass die russische Armee und das russische Volk gewiss einen Sieg in dem gerechten, heiligen Krieg erringen werden“. Nordkoreas Machthaber lobte zudem die „glänzenden Kriegsergebnisse bei der Befreiung von Kursk“. Pjöngjang ist einer der wichtigsten Unterstützer Moskaus in Russlands Krieg gegen die Ukraine.

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Tausende nordkoreanische Soldaten sollen im Ukraine-Krieg gefallen sein

Die neue Gedenkstätte für die im Ukraine-Krieg gefallenen nordkoreanischen Soldaten soll ein weiteres Beispiel für die monumentale Machtdemonstration der Architektur des Landes sein. Kim und seine Staatsgäste standen beziehungsweise saßen vor einem Denkmal mit sieben Soldaten, von denen einer verwundet ist und zwei die nordkoreanische Flagge tragen.

Gedenkstätte im Ukraine-Krieg gefallene Soldaten in Nordkorea
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un, bei einer Rede während der Einweihungszeremonie des „Museums für militärische Auslandsoperationen und Kampferfolge“ in Pjöngjang.© Uncredited/KCNA/KNS/dpa | Uncredited

Laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes NIS sollen bis zu 15.000 Soldaten aus Nordkorea zur Unterstützung Russlands in den Ukraine-Krieg geschickt worden sein. Rund 6000 sollen demnach während ihres Auslandseinsatzes gestorben oder verwundet worden sein. Genauere Angaben zur Zahl der Toten liegen nicht vor. Der Geheimdienst geht jedoch von rund 2000 toten nordkoreanischen Soldaten aus.

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Wladimir Putin würdigt Kim Jong-un in einem Brief

In den vergangenen Tagen hatten mehrere hochrangige russische Vertreter Nordkorea besucht. Nach dem Treffen zwischen Kim und Belousow am Sonntag erklärten beide Seiten, ihre Delegationen hätten über eine Vertiefung der militärischen Beziehungen gesprochen. Belousow sagte, Moskau sei bereit, einen Kooperationsplan für den Zeitraum von 2027 bis 2031 zu unterzeichnen.

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Der russische Präsident Wladimir Putin würdigte in einem Brief an Kim, der von KCNA veröffentlicht wurde, den „außerordentlichen Mut und die echte Hingabe“ der nordkoreanischen Truppen. Anfang Januar hatte sich Kim in einem von der offiziellen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Brief verpflichtet, alle politischen Maßnahmen und Entscheidungen Putins „bedingungslos“ zu unterstützen.